Liverpools Sieg nach Plan

Die Bayern kündigen Großes an

Während sein Trainerkollege also auf dem Podium um die Wette strahlte, ließ Niko Kovac die Pressekonferenz als letzten Akt dieses für ihn gebrauchten Tages über sich ergehen. Höflich, wie das seine Art ist, gratulierte der Bayern-Coach Klopp und seiner Mannschaft zum verdienten Sieg. Und er nahm seinen Torwart in Schutz, der nach Ansicht vieler Zeugen im Stadion und vor dem Fernseher Manés Führungstreffer mit seinem Irrlichtern durch den Strafraum ermöglicht hatte. »Er muss da rauskommen«, befand dagegen Kovac. »Weil Rafa in dem Fall außen steht und Mané näher zum Tor ist.« Neuer selbst, der früher mal für sein revolutionäres Torwartspiel verehrt worden war, kann immerhin nachvollziehen, dass sein Verhalten von außen betrachtet unglücklich aussah.

Früher – da war auch Franck Ribéry noch ein Derwisch an der Außenlinie, der an den Champions League-Abenden seine Gegner schwindelig spielte. Heute funktioniert das nur noch gelegentlich in der Bundesliga. Aber die Bayern-Misere allein am alternden Franzosen  und an einem ehemaligen Welttorhüter festzumachen, der offensichtlich auch den Zenit seiner Karriere überschritten hat, wäre ungerecht und zu einfach. Selten hat man so viele Grätschen von Bayern-Spielern wie in der ersten Halbzeit am gestrigen Abend gesehen.

»Wir werden einiges machen«

Der Einsatz stimmte über weite Strecken der Partie also. Aber die spielerischen Mittel fehlten ganz offensichtlich gegen ein Liverpool-Kollektiv, das jeden nur noch so kleinen Raum dicht machte. Ob Kovac' Matchplan zu defensiv und wenig mutig war? Eine Frage, die sich offensichtlich auch der eine oder andere Bayern-Spieler stellte, wie sich aus den Äußerungen von Lewandowski und Hummels schließen ließ. Klopp konnte dagegen seine Trainerkollegen verstehen. »Wenn wir die Räume bekommen, dann können wir damit sehr gut umgehen«, meinte der Liverpool-Coach zur Spielweise des Gegners. »Wir sind sehr gut im Kontern. Von daher war es es eine schwierige Aufgabe für den FC Bayern.« 

Der deutsche Rekordmeister ist erstmals seit acht Jahren wieder in einem Achtelfinale der Champions League ausgeschieden – keine Frage, das wird Folgen haben. »Wir werden einiges machen«, kündigte Bayern-Sportchef Hasan Salihamidzic kurz vor Mitternacht bereits an. Uli Hoeneß wird auf der Tribüne schon mal seinen Schatzmeister angewiesen haben, ihm die Festgeldkontostände am nächsten Tag vorzulegen.