Die Tat­sache ist schmerz­lich, vor allem für hart­nä­ckige Schalker: Das beste Sta­dion der Welt steht nicht in Nou Camp, San Siro oder an der Anfield Road – und schon gar nicht in Gel­sen­kir­chen-Erle. Es steht in Lüden­scheid-Nord, der ver­bo­tenen, unaus­sprech­baren Stadt.



Die Lon­doner »Times« hat das West­fa­len­sta­dion in ihrer welt­weiten Top Ten der Fuß­ball­arenen auf Platz eins gesetzt. »Borussia Dort­munds Sta­dion ist ein Klas­siker«, heißt es in der Lau­datio. Zwei rie­sige Steh­tri­bünen »schleu­dern Lärm hin­unter auf den Platz mit ohren­be­täu­bender Inten­sität«. Diese Arena sei gebaut für den Fuß­ball und für die Fans, damit sie sich Gehör ver­schaffen.

Die Eng­länder bewun­dern nicht nur deut­sche Auto­bauer und deut­sche Wim­bledon-Sieger. Die Erfinder des Fuß­balls lieben unsere Fuß­ball­kultur. Das Lob der »Times« ist ein wei­teres Indiz – und ein wei­terer Ansporn, nicht die­selben Fehler zu machen wie auf der Insel. Dort töten hohe Ein­tritts­preise, wech­selnde schwer­reiche Klub­eigner oder die Unter­wer­fung des Fuß­balls unter Fern­seh­be­lange die Fan­kultur im Sta­dion. Gerade erst haben wir mit dem weiter auf­ge­split­teten Bun­des­li­ga­spieltag einen Schritt in die fal­sche Rich­tung gemacht. 

Die Anfield Road, das immer noch mit Abstand stim­mungs­vollste eng­li­sche Sta­dion, liegt in der »Times«-Liste übri­gens nur auf Platz drei. Auf dem zweiten Platz steht San Siro. Da war doch was, 1997… Immerhin ein Trost für hart­nä­ckige Schalker.