Legats Lehren (4): Was wir heute von Thorsten Legat lernen können

Steigt aus den Trümmern der Ruinen

Thorsten Legat hat genug von der Schnarchnasigkeit hierzulande. Deswegen versucht er die wachzurütteln, die uns noch retten können vor dem Untergang.

RTL

Ein gängiges Klischee besagt, dass Fußballprofis auf dem Rasenrechteck Superhelden sind, im Allgemeinen aber nicht als tiefster Löffel in der Schublade gelten. Das ist natürlich großer Unsinn, denn nur weil ein Mensch für viel Geld die Fußballschuhe schnürt, ist er nicht weniger klug als sein Ottonormalfan. Das Problem ist anders gelagert, denn überdurchschnittlich häufig kriegen die Helden in kurzen Hosen unmittelbar nach Abpiff ausbaufähige Fragen gestellt. Der Milchsäurespiegel ist im Keller, die Hirndurchblutung auf Minimum gestellt, da sagt man Sachen wie »Das Unmögliche möglich zu machen wird ein Ding der Unmöglichkeit«. 


Der Vollblutgrammatiker hat eine Nachricht

Nun steht Thorsten Legat keinesfalls im Verdacht, kein Freund des gestochen scharfen Wortes zu sein. Und so beehrte uns der Vollblutgrammatiker im Dschungelcamp auch heute mal wieder mit einer Weisheit fürs Leben und sagte: »Der Klügere lässt nach.«

Dazu kann man nur eins sagen: Recht hat er! Denn wo sich die geistige Elite früher durch bahnbrechende Ideen, kreative Lösungsvorschläge oder aufrüttelnde Botschaften als Triebfeder der Gesellschaft positionierte, herrscht heute gähnende Leere. Stattdessen kübeln die vermeintlich Klugen lieber ihren Zynismus über die vermeintlich Dummen aus und ölen sich im spärlichen Applaus in Talkshows und Kommentarspalten. Die gesunde Skepsis ist nicht mehr ihr Antrieb, sie arbeiten sich an Niedergang der Menschheit ab, ohne selbst für neuen Antrieb zu sorgen. Sie überlassen denen das Spielfeld, die sie einst verachteten und stehen lieber dösig im Abseits herum. Rotwein trinkend. Die Rahmenbrille polierend. Versteinert am Schachbrett des Lebens.

Wo sind die Visionen?

Aber wo sind die Visionen von einst nur hin? Wo sind die Auswege aus der Trostlosigkeit des Alltags? Wo ist das schüchtern glimmende Licht am Ende des Tunnels aus Wortwitzen, Schenkelklopfern und stumpfen Parolen?

Denn in dieses geistige Vakuum stoßen automatisch die Menschenfänger und erobern sich die Deutungshoheit. Legat hat das erkannt und wagt vor dem größtmöglichen Publikum den Hilfeschrei. Nach Liebe. Nach Gehör. Nach Ideen, die die Welt verändern.

Werdet laut

Also, ihr Klügeren, hört endlich auf, nachzulassen. Legt mal einen Zahn zu. Zeigt euch. Werdet laut. Steigt auf aus den Trümmern der Ruinen, die ihr selbst hinterlassen habt. Traut euch. Wir brauchen euch.

Danke für den Hinweis, Thorsten Legat.