Über die Riva­lität zwi­schen der deut­schen und hol­län­di­schen Natio­nal­mann­schaft wurden ganze Bücher geschrieben. Es gibt mehr­stün­dige Film­do­ku­men­ta­tionen und iko­nen­hafte Bild­bände. In den Erin­ne­rungen all die Dramen, die von Auf­stieg und Fall erzählen, von Streit und Ver­söh­nung, vom großen Tri­umph und bit­teren Nie­der­lagen.
 
Am Dienstag findet das 41. Spiel zwi­schen den beiden Mann­schaften statt. Deutsch­land hat bis­lang 15 Mal gewonnen, Hol­land zehn Mal. Nur: Inter­es­siert das so kurz nach den Atten­taten von Paris über­haupt noch?
 
In Tagen wie diesen fragt sich der Fuß­ball oft, wie er reagieren muss. Die Spieler, die Berater, die Ver­eine, die Ver­bände, auch die Jour­na­listen natür­lich. Wann ist der Punkt gekommen, an dem jed­wede Äuße­rung deplat­ziert wirkt? Wann ist der Zeit­punkt gekommen, an dem der Fuß­ball schweigen sollte? Und diese Dis­kus­sion gibt es natür­lich nicht nur im Fuß­ball.

Eine per­verse Situa­tion. Ich war über­for­dert.“
 
Wie nach vielen Kata­stro­phen pos­teten die Men­schen auch nach den Atten­taten von Paris ihre Trauer, ihre Wut und ihr Ent­setzen in den sozialen Netz­werken. Sie tünchten ihre Pro­fil­bilder in die Farben der fran­zö­si­schen Natio­nal­flagge, sie pos­teten den zu einem Peace-Zei­chen sti­li­sierten Eif­fel­turm.
 
Es dauert in sol­chen Tagen für gewöhn­lich nicht lange, da schreiben andere, dass diese ver­meint­liche Mas­sen­trauer unan­ge­messen sei. Wie­derum andere sind dann der festen Über­zeu­gung, dass die Empö­rung über die Trauer noch schlimmer sei. Und noch andere möchten schreiben, warum man gar nichts schreiben sollte – was dann aber auch wieder kom­pli­ziert ist, denn dann müssen sie ja selbst was schreiben.
 
Nicht nur dem Fuß­ball erging es wie ARD-Kom­men­tator Tom Bar­tels, der nach der Über­tra­gung sagte: Es war eine per­verse Situa­tion. Ich war über­for­dert.“ Dabei hatte er seine Sache eigent­lich recht ordent­lich gemacht.