Super kor­rekt, super schlau, super kor­rekt. So lang­weilig, dass es weh tut.“ Fieser als Michel Decar, Autor des Stü­ckes Philipp Lahm“, das im Dezember am Münchner Resi­denz­theater auf die Bühne gebracht werden soll, hätten selbst wir es nicht sagen können. Das Leben des wohl zuver­läs­sigsten Fuß­bal­lers der letzten zwanzig Jahre – bisher eher Inspi­ra­tion für beflis­sene Brief­mar­ken­sammler und ambi­tio­nierte Topf­pflanzen – gilt jetzt also auch als Vor­lage für die krea­tiven Ideen Kul­tur­schaf­fender.

Angeb­lich, so sagt es Decar, stünde Lahm näm­lich sym­bo­lisch für die BRD und so hätte er selber, also Decar, gar nicht anders gekonnt als ein Stück über ihn, also Lahm, zu schreiben. Hm. So richtig macht uns der Teaser nicht an. Denn viel lieber, lieber Herr Decar, würden wir im Dezember diese poten­ti­ellen Klas­siker der jün­geren deut­schen Thea­ter­ge­schichte sehen. 

Romeo und Julian
Macht­spiel voller Miss­gunst und Intrigen
Schutz­be­klei­dungs-Mogul Aki Watzke hat Pech mit den Män­nern. Busen­freund Jürgen ver­lässt ihn für eine andere Arbei­ter­stadt, dessen Nach­folger Thomas hat nach drei Skat-Abenden, die er ob der eigenen tak­ti­schen Über­le­gen­heit domi­niert, keine Lust mehr auf die lang­wei­lige Män­ner­runde. Also ist Aki gezwungen, sich wieder mal umzu­schauen. Beim jungen Julian aus der süd­deut­schen Pro­vinz schlägt sein Herz plötz­lich höher. Aber: Lassen Julians Erzie­hungs­be­rech­tigte die Liebe zu?

Der Besuch der Alten Dame
Komödie in neun Aus­wärts­spielen, Ein­tritt frei für alle Gäste
Hertha BSC – überall ein gern gese­hener Gast. Wo immer sich die Alte Dame aus­wärts in der Bun­des­liga bli­cken lässt, wird der rote Tep­pich aus­ge­rollt und der Sekt kalt gestellt. Doch die Ber­liner reden trotzdem von Europa. Sind hier eigent­lich alle irre? Ein tra­gisch-komi­sches Stück als Abbild einer sich ständig über­schät­zenden Stadt und ihrer Bewohner.

Der zer­bro­chene Krug
Lust­piel mit Pfiff
Schock im Schiri-Kosmos: Hellmut Krugs eiserne Föhn­frisur ist aus uner­klär­li­chen Gründen über Nacht ein­fach aus­ein­an­der­ge­bro­chen. Werden seine Kol­legen die Locken­tolle retten können? Hei­teres Lust­spiel mit Peter Gagel­mann als Bürs­ten­schnitt und Pier­luigi Col­lina als Schreck­ge­spenst.