Herr Walz, Wet­ter­ein­flüsse, Schweiß, häu­figes Duschen: Fuß­bal­ler­haar ist arg stra­pa­ziert. Zu wel­chem Haar­schnitt raten Sie?
Es kommt nicht auf die Länge an. Ich emp­fehle ein mildes Shampoo. 

Der Trend geht zur Lack-Skulptur auf dem Kopf. Sind sie damit zufrieden?
Ja, sehr! Die Spieler sind eitel geworden und achten auf ihr Äußeres – das begrüße ich. 

Unseren Lesern wird aber beim Anblick der Haar­helme aus den 70er Jahren immer noch warm ums Herz.
Ver­schonen Sie mich! Schreck­lich! Zum Glück ändert sich die Mode. 

Wer hat die Wende zum Guten gebracht?
Ich würde Bas­tian Schwein­s­teiger nennen. Der Junge hat ein­fach eine gute Frisur. Auch Joa­chim Löw muss man lobend her­vor­heben. 

Ver­blüf­fend ist, dass die Frisur von Joa­chim Löw bei­spiels­weise immer gleich aus­sieht. Es hält sich das Gerücht, er trage eine Perücke.
Nein, nein. Das würde ich sehen, dann wäre das Haar stumpfer. Er ist ein eitler Mensch, benutzt wahr­schein­lich ein gutes Haar­spray. 

Ist schon mal ein ver­zwei­felter Fuß­baller, viel­leicht ja gar Mario Gomez, zu Ihnen gekommen und hat gesagt: Udo, hilf mir! Ich weiß nicht, was ich mit meinen Haaren machen soll.“
Da kommt schon der eine oder andere. Aber meis­tens wissen die Jungs genau, was sie wollen. Bloß von Strähn­chen rate ich ab. Das hätte was von einem Manta-Fahrer. 

Wollen Fuß­baller über ihre Fri­suren Bot­schaften ver­mit­teln?
Ja, ohne Zweifel. Denken Sie an David Beckham, er hat hat jen­seits von Kampf­geist und Hel­denmut sogar eine neue Bot­schaft erfunden: Seht her, ich bin metro­se­xuell! Er ist nicht nur ein Macho, er hat eine modisch-femi­nine Seite. Das Ver­blüf­fende: Jedes Mal, wenn er eine neue Frisur hat, kommen die Leute zu mir und wollen so aus­sehen wie er. Beckham hat also dazu bei­getragen, dass die Männer lockerer geworden sind. 

Es heißt, wenn eine Frau eine Lebens­krise durch­macht, geht sie zum Fri­seur. Ver­muten Sie bei Beckham einen ähn­li­chen Hin­ter­grund?
Nein. Ich denke, das hat in erster Linie mit seinen Wer­be­ver­trägen zu tun. Er ist wie Madonna: Ab und an erfindet er sich neu.

Der Schweizer Alain Sutter trug seine langen, blonden Haare zumeist offen. Hat er sich damit unnötig schwer gemacht im Män­ner­sport Fuß­ball?
Er hätte sie zumin­dest sich zum Pfer­de­schwanz binden sollen. Und das nicht nur wegen even­tu­eller Sprüche in der Kabine, son­dern auch, weil die Haare ihm doch sonst beim Schuss oder Pass die Sicht nehmen. 

Ver­eine beschäf­tigen Mas­seure, Psy­cho­logen, Ernäh­rungs­be­rater. Wann kommt der Mann­schafts­fri­seur?
Das halte ich für über­trieben. Jeder hat den Fri­seur seines Ver­trauens. Dabei soll es bleiben. 

Herr Walz, der Frau­en­fuß­ball ist auf dem Vor­marsch. Ein neuer Markt für Sie?
Vom Frau­en­fuß­ball habe ich keine Ahnung. Und ehr­lich gesagt: Frauen sollten nicht Fuß­ball spielen. Da bin ich alt­mo­disch. 

Fehlt Ihnen die Ath­letik?
Da fehlt mir alles.