Kongo-Keeper Robert Muteba Kidiaba hat nicht nur eines, son­dern gleich zwei Mar­ken­zei­chen: die häss­lichste Frisur seit Mike Werner und den hun­de­ähn­lichsten Tor­jubel. Den 2:2‑Ausgleich von Mbo­kani gegen Ghana fei­erte der Spaß­vogel auf dem Aller­wer­testen über den Rasen hop­send.

Und weil es wahr­lich ein Augen­schmaus ist, zeigen wir auch noch seine frü­heren Freuden-Hopser:

Und da fliegen die Tröten
Nach Mbes­umas Füh­rungs­treffer zum 1:0 gegen Äthio­pien rannte er direkt zu den Fans, seine Team­kol­legen folgten ihm treu. Erst beteten sie und führten darauf eine ein­ge­übte Tanz­choreo vor. Dumm nur, dass sich Sam­bias Spieler vor den Fans des Geg­ners auf­bauten. Die Folge: Es hagelte Vuvu­zelas auf die Chi­po­lo­polo“ („Gewehr­ku­geln“) – wie die sam­bi­sche Natio­nal­mann­schaft auch genannt wird – nieder. Die Spieler mussten der Attacke ent­fliehen und lernten eine wich­tige Regel für das wei­tere Leben: Du sollst nicht Ver­ar­schen deines Nächsten Anhänger. Amen.

Kahns Erbe
In der­selben Partie legte Äthio­piens Tor­wart Jeman Tassew eine ver­zwei­felte Not­bremse hin: Als Lungu (Sambia) auf ihn zustürmte, sah der Keeper nur noch eine Lösung, um den Angreifer zu stoppen: Er sprang mit gestrecktem Bein in Lungus Magen­grube. Zwei­fellos das rüdeste Foul des Afrika-Cups. Es wird Tassew eine Lehre sein, denn der Keeper ver­letzte sich selbst. Der Schiri zeigte Tassew zudem die Rote noch wäh­rend er auf der Bahre vom Feld beför­dert wurde. Da werden bei uns plötz­lich Erin­ne­rungen wach, an Kahns Kick gegen Cha­puisat und Toni Schu­ma­chers Kung-Fu-Foul an Patrick Bat­tiston. 

Drogba from the block
Cool, cooler, Afrika-Cup. Wäh­rend sich hier­zu­lande die Mann­schafts­ka­pi­täne höl­zern wie Rentner beim wöchent­li­chen Skat­treff die Pranken schüt­teln, zeigten Didier Drogba (Elfen­bein­küste) und Ema­nuel Ade­bayor (Togo) vor dem Anstoß eine Ele­ganz in den Grif­feln, die eher an einen Street­ball-Platz in der Bronx, denn an Fuß­ball erin­nerte. Die Hände anein­ander gewischt, die Fin­ger­knö­chel geknufft, die Hand­ballen inein­ander ver­senkt. Sah nicht nur cool aus, war auch cool. Und viel­leicht Vor­bild für die Hän­de­schwenker in der Bun­des­liga. Obwohl: So lässig wie das Duo Drogba/​Adebayor werden Philipp Lahm und Kol­legen in diesem Leben bestimmt nicht mehr werden.

Das außen­ris­tigste Tor aller Zeiten
Kein Wunder, dass im Team der Elfen­bein­küste so geile Stim­mung herrscht, wenn die Jungs solche Kisten schießen. Ger­vinhos Sie­gestor zum 2:1 gegen Togo war zum Weinen schön. Mehr Außen­rist geht gar nicht mehr. Ger­vinho trifft nicht nur spek­ta­kulär, son­dern soll auch der Schnellste aller Ivoer sein. In einem Inter­view werden die Spieler der Elfen­bein­küste gefragt, wel­cher ihrer Mann­schaft der Schönste sei. Als der Name Ger­vinho fällt, fangen alle – inklu­sive Ger­vinho selbst – laut­hals an zu lachen. Soviel Eigen­humor. Sym­pa­thi­scher Kerl.
Hier noch­mals für Euch (Flennen ist erlaubt!):

Die Banane
Wir werden uns im Laufe des Cups sicher noch an wei­teren Traum­flanken ergötzen können. Vor­erst muss diese Banane von Youssef Msakni rei­chen: Aus 25 Metern trifft der Tune­sier ins Kreuzeck der Alge­rier. Und wäre das Tor nicht schon genug schön, war es am Ende sogar der Sie­ges­treffer (1:0).

Hey Maestro, willst du ein Glas Wasser?“
Der Ivoer Didier Zokora ist Rekord­na­tio­nal­spieler der Elfen­bein­küste und wird von den Fans wegen seinem tech­ni­schen Können nur Maestro“ genannt. Von nun an trägt er diesen Namen auch auf dem Trikot. Der bri­ti­sche Blog Dirty Tackle hat gleich mal einen mög­li­chen Monolog Zokoras ver­öf­fent­lich: Jawoll, von jetzt an muss mich jeder mit ›Maestro‹ anspre­chen: ›Hey Maestro, willst du ein Glas Wasser?‹ Also eigent­lich wollte ich mich ja ›Dr. Tetris‹ nennen, aber das haben sie mir nicht erlaubt. ›Maestro‹ ist aber auch ganz cool.“ Wir pro­phe­zeien: das Trikot wird ein Kas­sen­schlager, vor allem bei Ban­kern.