Seite 2: Mit einem Olympiakos-Fan in der Kaserne

Sie sind gebür­tiger Stutt­garter und durch­liefen alle Jugend­mann­schaften des VfB. Auch wenn Ihre Eltern aus Grie­chen­land stammen, wie groß war die Umstel­lung durch den Umzug?
Mir hatte geholfen, dass ich die Sprache beherr­sche und mein Bruder Panagiotis auch schon bei Pan­athi­naikos spielte. Ich habe mich an ihn ran­ge­hängt – selbst wenn es im Hotel nur Ein­zel­zimmer gab, haben wir uns trotzdem eines geteilt. Aber ein Kul­tur­schock – wenn man das so nenn darf – hatte ich, als ich plötz­lich zum Militär musste.

Ein Fuß­ball­voll­profi beim Militär?
Ja! Das war ver­pflich­tend, weil ich neben dem deut­schen auch den grie­chi­schen Pass besitze und länger als sechs Monate in Grie­chen­land gelebt habe. Nor­ma­ler­weise müssen Fuß­baller in der Kaserne nur kurz für ein paar Stunden vor­bei­schauen, doch ich musste die ganze Nacht dort­bleiben. Ich ver­mute, mein Ober­auf­seher war Fan von Olym­piakos und hat mich des­halb fest­ge­setzt… Das war nervig.

Wieso?
Ein Kumpel aus Stutt­gart war eigent­lich zu Besuch, aber ich musste abends immer weg, eine Stunde fahren, um dann dort ein­fach nur rum­zu­sitzen. Übungen habe ich keine gemacht. Irgend­wann meinten Sie: Bevor du hier nur rum­hockst und mit keinem redest, dann kannst du ja Schießen gehen.“ 

Wie waren die Nächte?
Es waren nicht die besten Betten. Und am nächsten Morgen musste ich dann wieder zurück zum Trai­ning fahren. Das ging eine Woche lang, bis mich Pan­athi­naikos da raus­ge­boxt hat. Das war mit dem ganzen Spiel­be­trieb nicht ver­einbar.

Ehe es in Athen so richtig los­ging und Sie zur Nummer eins wurden, ver­brachten Sie erst einmal zehn Monate fast aus­schließ­lich auf der Bank. Dabei waren Sie extra aus Stutt­gart geflüchtet, weil man Ihnen dort Mit­chell Lan­gerak und Prze­mysław Tyton vor die Nase gesetzt hatte. War das nicht ein ent­täu­schender Start? 
Als ich im Januar ange­kommen war, fuhr ich erst einmal nur zu den Spielen, um die Liga und Sta­dien ken­nen­zu­lernen. Das war von Anfang an so abge­spro­chen. Ste­fanos Kot­solis been­dete nach der Saison seine Kar­riere, Luke Steele stand im Tor. Ab der Spiel­zeit 2016/17 war es dann ein Zwei­kampf zwi­schen mir und Luke Steele.