Ein Tor vor­be­reitet, einen Elf­meter mög­lich gemacht: Die wenigen, aber doch guten Szenen, die Kevin Kuranyi beim schlechten Auf­tritt von Schalke 04 in Han­nover hatte, waren es viel­leicht, die Joa­chim Löw am Sonn­abend erst­mals zu einer offen­siven Stel­lung­nahme bewegten. Der Bun­des­trainer kün­digte an, noch vor der offi­zi­ellen Nomi­nie­rung am 6. Mai eine Ent­schei­dung über die Begna­di­gung des aus der Natio­nal­mann­schaft aus­sor­tierten Stür­mers zu treffen. Damit ent­spricht Löw auch Kuranyis Ver­eins­trainer Felix Magath, der am Sonntag for­derte: »Es wäre schön, wenn das Thema – wie auch immer – jetzt erle­digt werden könnte.«



Die Per­so­nalie dürfte Löw nun bis Mitt­woch bei einer WM-Klausur mit seinem Trai­ner­stab beschäf­tigen. »Selbst­ver­ständ­lich machen wir uns auch Gedanken, weil das Thema prä­sent ist in Deutsch­land«, sagte Löw.

Kuranyi den Weg zur WM zu ver­sperren, wäre ange­sichts seiner Leis­tungen in der Bun­des­liga und schwa­cher Auf­tritte seiner Kon­kur­renten nicht leicht zu recht­fer­tigen. Wäh­rend Löw nun signa­li­siert hat, dass die Tür für Kuranyi wieder einen Spalt geöffnet sei, schweigt der Stürmer zu seinen Ambi­tionen. Kuranyi scheint gelernt zu haben aus seinem unrühm­li­chen Abschied von der Natio­nal­mann­schaft im Oktober 2008, als er das Team aus Unzu­frie­den­heit über seine Nicht­be­rück­sich­ti­gung Hals über Kopf ver­lassen hatte. Zuver­läs­sige Leis­tungen, 18 Tore in der Bun­des­liga und das Inter­esse diverser Klubs an dem 28-Jäh­rigen sind gute Argu­mente für ihn. Der Schalker ist trotz der Unge­duld von Magath jedoch gut beraten, diese für sich spre­chen zu lassen.