Am Wochen­ende war es so weit: Werder Bremen, in die Saison gestartet mit Euro­pa­pokal-Ambi­tionen, passte das Sai­son­ziel an. Nicht einmal mehr Werder-Sport­chef Frank Bau­mann glaubt nach dem 2:2 in Berlin noch an den direkten Klas­sen­er­halt. Die Rele­ga­tion sei das neue Ziel. Alles andere wäre unrea­lis­tisch“, so Bau­mann im Aktu­ellen Sport­studio.

Werder Bremen spielt eine ver­korkste Saison. Nach fünf Bun­des­liga-Nie­der­lagen in Folge erreichte Werder am Wochen­ende den nächsten Tief­punkt: Beim 2:2 gegen Hertha BSC ver­spielte die Mann­schaft eine 2:0‑Führung. Wie konnte der Klub so tief in die Krise rut­schen? Fünf Gründe.

1. Ner­vo­sität
Psy­cho­logie ist ein weites Feld. Von außen lässt sich das Innen­leben eines Spie­lers nur schwer ana­ly­sieren, geschweige denn das einer gesamten Mann­schaft. Bei Werder Bremen ist aber augen­fällig, wie nervös die gesamte Mann­schaft agiert.

In Berlin genügte nicht einmal die frühe 2:0‑Führung, um Ruhe in das Bremer Spiel zu bringen. Das schadet der Mann­schaft enorm, auch weil die Spiel­idee von Flo­rian Koh­feldt eigent­lich besagt, den Ball im Zweifel auch einmal in den eigenen Reihen laufen zu lassen.

Gerade einmal 69 Pro­zent ihrer Pässe kamen am Wochen­ende an – und das gegen einen Gegner, der selbst über­for­dert wirkte mit dem hohen Pres­sing. Wer­ders men­tale Blo­ckade ist im Moment zu groß.

2. Stan­dard­schwäche
Hertha BSC war am Sams­tag­nach­mittag eigent­lich geschlagen. Kurz vor der Halb­zeit­pause bekamen sie einen Frei­stoß im Halb­feld zuge­spro­chen – und die Auf­hol­jagd begann. Sie wussten: Per ruhendem Ball haben sie eine gute Chance, gegen Werder einen Treffer zu erzielen.

14 Gegen­tore fingen die Bremer in dieser Saison nach Ecken und Stan­dards. Das ist der schwächste Wert der Liga und erklärt, wieso sie so häufig Spiele ver­lieren. Im dritten Spiel in Folge erzielte Bre­mens Gegner das erste Tor nach einer Stan­dard­si­tua­tion. Egal, ob sie Ecken in Mann- oder Raum­de­ckung ver­tei­digen: Bremen ist bei Her­ein­gaben immer anfällig.