Seite 2: Nichts für Tierfreunde, sondern mehr was für Technikfreaks

Gür­tel­tier Norman: Auch der All­wet­terzoo Münster ließ sich 2014 nicht lumpen. Das Gür­tel­tier Norman sollte für neue Besus­cher­scharen sorgen und war schließ­lich ein Art­ge­nosse des offi­zi­ellen Fifa-Mas­kott­chens Fuleco“. Fuleco trug im Gegen­satz zu Goleo immerhin eine Hose, heißt aber leider Arsch“ in der bra­si­lia­ni­schen Umgangs­sprache. Wie dem auch sei, auch auf dem Orakel-Posten wird man an Ergeb­nissen gemessen und die waren bei Norman mit 50% Pro­zent Treff­si­cher­heit gerade mal so gut wie bei einem schnöden Münz­wurf. Aus diesem Grund wurde Norman bereits nach dem Ach­tel­fi­nale gegen Alge­rien abbe­rufen. Norman war ein gutes und nettes, aber eben auch etwas kon­fuses Orakel und möchte sich des­halb zurück­ziehen,“ dik­tierte der Zoo­di­rektor damals in die Notiz­blöcke der nicht erschie­nenen Pres­se­ver­treter.

Der Abstauber: Nichts für Tier­freunde, son­dern mehr was für Tech­nik­freaks. Spiegel Online war­tete bei der WM 2014 mit dem Saug­ro­boter Abstauber“ auf. Der saugte fröh­lich auf dem Spiel­feld umher, bis seine Sen­soren ihn auf den Weg in eins der beiden Tore schickten. Die von ihm gemachten Vor­her­saugen waren dann ent­weder saug­geil, oder der Abstauber hatte ver­saugt. Seine Lauf­wege weisen auf jeden Fall Par­al­lelen zu denen des deut­schen Staub­saugers Chris­toph Kramer im WM-Finale auf.

Krake Paul: Die Licht­ge­stalt der Orakel ist und bleibt Paul aus dem Sea Life Centre“ in Ober­hausen. Sein glo­baler Sie­geszug nahm bei der WM 2010 seinen Lauf und war der Stein des Anstoßes für den Orakel-Hype der letzten Jahre. Danke nochmal dafür. Die wenigsten wissen aller­dings, dass Paul bereits bei der EM 2008 in seinem Aqua­rium ora­kelte und sich da nicht ganz so pro­phe­tisch zeigte, wie zwei Jahre später beim Tur­nier in Süd­afrika. Was dann 2010 geschah kann man getrost als Hys­terie bezeichnen. Nachdem Paul bereits bei den deut­schen Grup­pen­spielen stets die rich­tige mit Mies­mu­scheln gefüllte Box ansteu­erte und auch in den K.o.-Spielen treff­si­cher blieb, beob­ach­teten über 200 Jour­na­listen aus aller Welt seine (natür­lich kor­rekte) Final­vor­her­sage. Drei Monate nach dem WM-Finale starb Paul eines natür­li­chen Todes. In Ober­hausen errich­teten sie ihm zu Ehren ein Denkmal, eine spa­ni­sche Gemeinde ernannte ihn zum Ehren­bürger und auf Elba wurde eine Straße nach ihm benannt. Zwei­fellos der größte Sohn Ober­hau­sens seit dem Welt­klas­se­spieler Max Meyer.