Katze Achilles: Für die kom­mende WM wurde ein offi­zi­elles Orakel vom Ver­an­stalter bekannt gegeben. Die Katze Achilles soll den Spiel­aus­gang mit­tels einer Ent­schei­dung zwi­schen zwei mit Flaggen gekenn­zeich­neten Fut­ter­näpfen her­bei­führen. Beim Confed-Cup konnte sich Achilles in der Orakel-Quali“ gegen Mit­be­werber aus seiner Katzen-WG durch­setzen. Achilles ist eine von etwa 50 Katzen, die den berühmten Palast­kom­plex Ere­mi­tage in St. Peters­burg seit einigen hun­dert Jahren bevöl­kern. Durch die Erschlie­ßung des flo­rie­renden Kat­zen­video-Marktes erhofft sich die Fifa deut­liche Mehr­ein­namen. Eins ist jeden­falls sicher, ihre Pro­gnosen können nicht durch laut­starken Fan-Sup­port beein­flusst werden – Achilles ist taub.

Kuh Yvonne: Das Haus­rind Yvonne füllte im Sommer 2011 das Som­mer­loch, als sie sich ihrer Schlach­tung entzog, über drei Monate durch Ober­bayern streifte und sich par­tout nicht wieder ein­fangen ließ. Das mediale Echo auch aus dem Aus­land führte zu einer der­ar­tigen Popu­la­rität, dass zum Ent­setzen diverser 11FREUNDE-Redak­teure von einer Ver­ar­bei­tung zu Fleisch- und Wurst­waren abge­sehen wurde und Yvonne statt­dessen bei der EM 2012 von Bayern 3“ zum EM-Orakel gekürt wurde. Nach zwei falsch gewählten Fut­te­r­ei­mern bei den deut­schen Grup­pen­spielen gegen Por­tugal und die Nie­der­lande wurde kur­zer­hand der Modus geän­dert und die Regel Yvonne frisst den Ver­lierer“ ein­ge­führt. Die Spiele gegen Däne­mark, Grie­chen­land und Ita­lien pro­gnos­ti­zierte Yvonne dann tat­säch­lich kor­rekt.

Elch Kon­stantin: SWR 3 und der Wild­park Potz­berg aus dem Land­kreis Kusel schickten zur WM 2014 den Elch­bullen Kon­stantin ins Rennen. Laut Angaben des Tier­parks war Kon­stantin außerdem großer Fan des 1. FC Kai­ser­lau­tern. Andere Klubs aus der Region, etwa die TSG Hof­fen­heim, schieden aus, da Elche dafür eine zu große Selbst­ach­tung haben. Nachdem sich der gebür­tige Skan­di­na­vier in der Vor­runde und im Ach­tel­fi­nale aus der falsch beflaggten Seite seiner zwei­ge­teilten Tränke erfrischte, wurden in der Öffent­lich­keit Rufe zur Ver­ar­bei­tung Kon­stan­tins zu Elch­sa­lami laut. Aktuell ist sein Ver­bleib unbe­kannt, wir hoffen, er hat ein schönes Plätz­chen für sich gefunden, irgendwo zwi­schen zwei Brot­scheiben und ein wenig Remou­lade. 

Ele­fan­ten­dame Nelly: Aus dem Seren­geti-Park in Hoden­hagen tritt seit län­gerer Zeit Nelly als Orakel in Erschei­nung und duel­liert sich in den Spiel­pro­gnosen mit Sepp Maier. Zudem schießt Nelly Bälle auf zwei mar­kierte Tore und folgt nicht ihrem Drang nach Futter bei der Dar­bie­tung ihrer Exper­tise. Eine Quote von 87,5 Pro­zent rich­tiger Pro­gnosen über die WM 2011 (Frauen), EM 2012 und WM 2014 hinweg bedeuten vor allem eins: Nelly ora­kelt zwei­fels­frei auf Cham­pions League-Niveau. Ob sie mit ihren Schüssen auch die Katze von Anzing schon über­winden konnte, ist nicht über­lie­fert.

Gür­tel­tier Norman: Auch der All­wet­terzoo Münster ließ sich 2014 nicht lumpen. Das Gür­tel­tier Norman sollte für neue Besus­cher­scharen sorgen und war schließ­lich ein Art­ge­nosse des offi­zi­ellen Fifa-Mas­kott­chens Fuleco“. Fuleco trug im Gegen­satz zu Goleo immerhin eine Hose, heißt aber leider Arsch“ in der bra­si­lia­ni­schen Umgangs­sprache. Wie dem auch sei, auch auf dem Orakel-Posten wird man an Ergeb­nissen gemessen und die waren bei Norman mit 50% Pro­zent Treff­si­cher­heit gerade mal so gut wie bei einem schnöden Münz­wurf. Aus diesem Grund wurde Norman bereits nach dem Ach­tel­fi­nale gegen Alge­rien abbe­rufen. Norman war ein gutes und nettes, aber eben auch etwas kon­fuses Orakel und möchte sich des­halb zurück­ziehen,“ dik­tierte der Zoo­di­rektor damals in die Notiz­blöcke der nicht erschie­nenen Pres­se­ver­treter.

Der Abstauber: Nichts für Tier­freunde, son­dern mehr was für Tech­nik­freaks. Spiegel Online war­tete bei der WM 2014 mit dem Saug­ro­boter Abstauber“ auf. Der saugte fröh­lich auf dem Spiel­feld umher, bis seine Sen­soren ihn auf den Weg in eins der beiden Tore schickten. Die von ihm gemachten Vor­her­saugen waren dann ent­weder saug­geil, oder der Abstauber hatte ver­saugt. Seine Lauf­wege weisen auf jeden Fall Par­al­lelen zu denen des deut­schen Staub­saugers Chris­toph Kramer im WM-Finale auf.

Krake Paul: Die Licht­ge­stalt der Orakel ist und bleibt Paul aus dem Sea Life Centre“ in Ober­hausen. Sein glo­baler Sie­geszug nahm bei der WM 2010 seinen Lauf und war der Stein des Anstoßes für den Orakel-Hype der letzten Jahre. Danke nochmal dafür. Die wenigsten wissen aller­dings, dass Paul bereits bei der EM 2008 in seinem Aqua­rium ora­kelte und sich da nicht ganz so pro­phe­tisch zeigte, wie zwei Jahre später beim Tur­nier in Süd­afrika. Was dann 2010 geschah kann man getrost als Hys­terie bezeichnen. Nachdem Paul bereits bei den deut­schen Grup­pen­spielen stets die rich­tige mit Mies­mu­scheln gefüllte Box ansteu­erte und auch in den K.o.-Spielen treff­si­cher blieb, beob­ach­teten über 200 Jour­na­listen aus aller Welt seine (natür­lich kor­rekte) Final­vor­her­sage. Drei Monate nach dem WM-Finale starb Paul eines natür­li­chen Todes. In Ober­hausen errich­teten sie ihm zu Ehren ein Denkmal, eine spa­ni­sche Gemeinde ernannte ihn zum Ehren­bürger und auf Elba wurde eine Straße nach ihm benannt. Zwei­fellos der größte Sohn Ober­hau­sens seit dem Welt­klas­se­spieler Max Meyer.