1.
Die Win­ter­pause birgt unge­ahnte Ver­let­zungs­ri­siken. Benno Möhl­mann kann davon ein Lied singen. Zu seiner Bremer Zeit fuhr er mit einem halben Dut­zend Mit­spie­lern zum Ski­fahren in den Schnee. Alle kehrten sie unver­letzt an die Weser zurück, nur einer klagte über Schmerzen. Aus­ge­rechnet der, der nicht auf Skiern den Hang run­ter­ge­fahren war: Rudi Völler. Er hat sich beim Rodeln ver­letzt.“

2.
Bra­si­lia­ni­sche Bun­des­li­ga­profis fahren lieber gleich in die Heimat. In seinen sechs Jahren für Werder Bremen war bei­spiels­weise Ailton nur einmal pünkt­lich zum Trai­nings­auf­takt zurück im kalten Norden. Auf Schalke lief es anders, wenn auch nicht besser: Der Bra­si­lianer kam zwar ter­min­ge­recht, hatte sich aller­dings beim Weih­nachts­rodeo zwei Finger gebro­chen.

3.
Trai­nings­lager in Europas Süden sind ein pro­bates Mittel, den hie­sigen Minus­graden zu ent­fliehen. Neben enga­giertem Trai­ning steht jedoch oft auch die Druck­be­tan­kung auf dem Pro­gramm. Ein High­light: der alko­ho­li­sierte Dau­er­lauf von Glad­bachs Keeper Dariusz Kampa mit gleich­zei­tiger Magen­ent­lee­rung im Hotel­foyer in Mar­bella. Die BILD notierte unbarm­herzig: Vor der Tür helfen ihm zwei deut­sche Jour­na­listen, setzen ihn ins Taxi. Der Nacht­por­tier und ein Sicher­heits­mann besei­tigen mit Wisch­mops not­dürftig das Mal­heur, ver­sprühen Laven­del­duft.“

4.
Eska­paden im Trai­nings­lager, Teil zwei: Carsten Pröpper vom FC St. Pauli sah im Trai­nings­lager im spa­ni­schen Chi­c­lana keinen Grund, zur Ver­rich­tung der Not­durft die Her­ren­toi­lette auf­zu­su­chen und bewäs­serte kur­zer­hand die Palme im Hotel­foyer.

5.
Zum Abschluss der Hin­runde hatte sich der eins­tige Bun­des­liga-Sender Sat.1 etwas Feines aus­ge­dacht und vergab den soge­nannten FuXX“. Die Preis­ver­lei­hung fand am letzten Spieltag vor der Win­ter­pause statt, und damit sätmliche Spieler an der Gala teil­nehmen konnten, wurde sogar der Anpfiff aller Spiele auf 14:30 Uhr vor­ver­legt. Der Preis litt aller­dings unter Akzep­tanz­pro­blemen. Stefan Effen­berg keilte im Jahr 2000 nach der Ver­gabe an den Kon­kur­renten Emerson: Wen inter­es­siert schon dieses Scheiß X, der kann mei­net­wegen zehn von den Din­gern gewinnen.“

6.
Und Lars Ricken, Dau­er­ge­winner des Jung­fuXX“, höhnte: Den haben die ja Gott sei Dank früh genug abge­schafft, sonst hötte ich den 1997 nach dem CL-Sieg mit Sicher­heit zum dritten Mal gewonnen.“ Immerhin, die Preise wurden sinn­voll ein­ge­setzt: Ich habe die beiden Tro­phäen nicht als Brief­be­schwerer, son­dern als prak­ti­sche Buch­stützen zu Hause stehen.“

7.
Die Win­ter­pause gab es nicht ohne Grund. Früher waren mas­sen­haft Spiel­aus­fälle an der Tages­ord­nung. Matsch, Schnee, der Rasen in den Sta­dien glich in reg­ne­ri­schen Win­ter­mo­naten in der Regel einer moras­tigen Sumpf­land­schaft. In der Saison 1969/70 fielen derart viele Spiele aus, dass das Pokal­fi­nale erst nach der Welt­meis­ter­schaft in Mexiko, näm­lich am 29. August 1970, aus­ge­tragen werden konnte.

8.
Die erste Rasen­hei­zung in Deutsch­land wurde bereits 1972 im Münchner Olym­pia­sta­dion ver­legt, einige Jahre später folgte das Frank­furter Wald­sta­dion. In den 90er Jahren wurde das Thema wieder aktuell. Bei Sta­di­on­mo­der­ni­sie­rungen wurde meist auch gleich eine Rasen­hei­zung ein­ge­baut.

9.
Ein Pflicht­termin für jeden Bun­des­liga-Profi ist die Weih­nachts­feier des Klubs. Und auch manch ein Funk­tionär lässt es gerne kra­chen. Berühmt wurde die fol­gen­reiche ero­ti­sche Fum­melei Franz Becken­bauers auf der Mil­le­niums-Weih­nachts­feier, die dem Kaiser nicht nur eine neue Gattin, son­dern auch das per­sön­liche Christ­kind Joel Maxi­mi­lian bescherte.

10.
Trotz Rasen­hei­zungen kapi­tu­lieren mit­unter auch gestan­dene Profis vor win­ter­li­chen Tem­pe­ra­turen. Die dama­ligen Bayern-Spieler Michael Bal­lack und Ze Roberto kamen an einem kalten Janu­artag 2003 zu spät zum Trai­ning. Sie hatten das Trai­nings­ge­lände nicht gefunden, weil das Navi­ga­ti­ons­system ihrer Nobel­ka­rossen auf­grund der Minus­grade den Dienst ver­wei­gerte.

11.
Für man­chen Klub kam die Win­ter­pause genau zur rich­tigen Zeit: 1963/64 ging es für Ein­tracht Frank­furt nach der Pause richtig los: In den letzten 13 Spielen blieb die Mann­schaft unge­schlagen. Und in der letzten Saison staunten die Anhänger über Borussia Dort­mund. Der BVB spielte die beste Rück­runde der Ver­eins­ge­schichte.

12.
Auf die Herbst­meis­ter­schaft kann man sich übri­gens etwas ein­bilden. Schließ­lich wurde der Halb­jah­res­erste in den meisten Fällen auch Meister. Schalkes Manager Rudi Assauer stellte hin­gegen nach dem Win­ter­cham­pionat und dem anschlie­ßend ver­geigtem Titel in der Saison 2000/2001 des­il­lu­sio­niert fest: Uns hat das nichts gebracht.“

13.
Einen Para­de­ab­sturz legte Ein­tracht Frank­furt in der Saison 1993/94 hin. Nach einer frus­trie­renden zweiten Serie wurde die Ein­tracht nur Fünfter. Noch schlimmer erging es Hof­fen­heim anno 2008. Der Herbst­meister lan­dete am Ende auf einem schnöden siebten Rang.