Wer in den ver­gan­genen Tagen einen aus­gie­bigen Herbst­bummel durch Stock­holm, Göte­borg oder andere große Städte Europas unter­nahm, hat sie viel­leicht gesehen, die selbst designten Pla­kate im DIN A3-Format, auf denen ein ver­lo­ckendes Angebot prangt: Ver­dienen Sie 2.000 Pfund oder mehr im Monat und spielen und arbeiten Sie in Island“, steht dort zu lesen. Ver­ziert sind die far­bigen Poster mit dem schwarz-gelben Wappen der Knatt­s­pyr­nufel­agid Strids­menn, eines Ama­teur­ver­eins aus der islän­di­schen Haupt­stadt Reyk­javik, der erst 2016 gegründet wurde.

2020 aber wollen die Strids­menn“ (zu deutsch: Krieger) mal richtig durch­starten, mit einer Art Frem­den­le­gion aus euro­päi­schen Ama­teur­ki­ckern, die eines Tages viel­leicht erst­klassig spielen wollen: als Fei­er­abend-Profis auf der Vul­kan­insel im Nord­at­lantik – auch wenn es bis dahin noch ein weiter Weg ist, denn der Verein spielt der­zeit in der 4. Liga. Aber das soll sich – auch dank der Plakat-Aktion – schon bald ändern.

Ex-Fuß­ball­profi, lizen­zierter Spie­ler­ver­mittler, Anwalt, Jour­na­list, Entre­pre­neur und Evan­ge­list“

Allein aus Schweden mel­dete sich ein Dut­zend inter­es­sierter Fuß­ball-Glücks­ritter: Zehn von ihnen sind Schweden, einer Kroate, einer Por­tu­giese“, erzählt Saint Paul Edeh, (Spieler-)Trainer der Knatt­s­pyr­nufel­agid Strids­menn und Initiator der Anwerbe-Kam­pagne, im Gespräch mit der schwe­di­schen Tages­zei­tung Afton­bladet“. Gesucht werden Spieler im Alter zwi­schen 18 und 30 Jahren, wie Edeh auf dem Plakat schreibt. Für welche Posi­tionen? Tor­hüter, Ver­tei­diger, Abwehr­spieler und Stürmer.“ Im Prinzip: Alles, was Beine hat. Und halb­wegs kicken kann.

Edeh, der selbst von Island nach Schweden geflogen war und die bunten Pla­kate eigen­händig an Later­nen­pfähle, Papier­körbe und Haus­wände gekleis­tert hatte („Etwa 50 in Stock­holm und 50 wei­tere in Göte­borg, viel­leicht auch ein paar mehr.“) ist laut seines Twitter-Accounts Ex-Fuß­ball­profi, lizen­zierter Spie­ler­ver­mittler, Anwalt, Jour­na­list, Entre­pre­neur und Evan­ge­list“. In dieser Rei­hen­folge, wohl­ge­merkt. Das Busi­ness-Netz­werk Lin­kedIn weist den Tau­send­sassa zudem als Absol­venten der Uni­ver­sity of London aus.