Diego Mara­dona

Genial, gedopt, gefürchtet: El diez“ war und ist noch immer für einen satten Aus­rut­scher gut. Gar nicht lange ist es her, da for­derte er als Trainer der argen­ti­ni­schen Natio­nal­mann­schaft anwe­sende Jour­na­listen zum gepflegten Oral­ver­kehr auf, um sich für die bösen Worte der Schrei­ber­linge zu rächen. Char­meur Diego verlor selbst bei diesen rauen Sätzen seinen Anstand nicht: Bei den eben­falls erstaunt lau­schenden weib­li­chen Repor­tern ent­schul­digte er sich gleich im Neben­satz. DEN Skandal seiner Kar­riere leis­tete sich Mara­dona aller­dings schon 1986, im WM-Spiel gegen Eng­land hob er sein zartes Fäust­chen und bug­sierte den Ball ins Tor. Auf der Insel haben sie ihm das bis heute nicht ver­ziehen. 



Chris­toph Daum


Na klar, Chris­toph Daum. Wie lang­weilig wäre die Bun­des­liga ohne den sym­pa­thi­schen Volks­tri­bunen, der sich zu legen­dären Wort­ge­fechten mit rot­ge­sich­tigen Süd­deut­schen ebenso reizen ließ, wie zu nach­träg­li­chen Schuld­ein­ge­ständ­nissen. Seine Haar­probe und die inten­siven Unschuld­be­teue­rungen sind natür­lich legendär und das Schöne ist: In Köln ver­geben sie dem Übungs­leiter (aktuell nicht in Köln) eigent­lich immer. Als Daum nach jah­re­langer Absti­nenz wieder als Coach am Rhein anheu­erte, spielten sich über­wäl­ti­gende Szenen ab: Alte Männer schrien meinen Namen, junge Mütter reichten mir ihre Babys über den Zaun, damit ich sie berühren konnte.“ 

Andreas Möller


Der Erfinder der Schutz­schwalbe darf in keinem skan­da­lösen Rück­blick fehlen, zu schön waren Aus­füh­rung und nach­träg­liche Erklä­rung seiner Schwalbe gegen den armen KSC-Recken Dirk Schuster. Der hatte sich im Straf­raum ganz vor­sichtig dem flinken Möller genä­hert und dabei offenbar ein bereits instal­liertes Alarm­system akti­viert: Möller flog, segelte, schoss auf gen Himmel und kam erst wieder runter, als ihn das Sport­ge­richt zu einer emp­find­li­chen Strafe ver­don­nerte. Noch heute wehrt der inzwi­schen bei den Offen­ba­cher Kickers als Manager arbei­tende Möller jeg­liche Nach­fragen zu den dra­ma­ti­schen Szenen von damals vehe­ment ab. Er wird schon wissen, warum. 

Stefan Effen­berg

Nur gut, dass Berti Vogts nicht Trainer eines x‑beliebigen Dorf­ver­eins ist – er hätte in seiner Kar­riere mehr Spieler wegen unflä­tigen Ver­hal­tens sus­pen­dieren müssen, als ihm zur Ver­fü­gung gestanden hätten. Es soll ja Kreis­klassen in Deutsch­land geben, da wird ein empor gereckter Mit­tel­finger als freund­liche Geste der Sport­lich­keit gewertet. Nicht so bei Vogts und dem DFB, die nach Effen­bergs Fin­ger­zeig bei der WM 1994 schleu­nigst reagierten und den Mit­tel­feld­mann nach Hause schickten. Ob der dama­lige DFB-Präsi Egi­dius Braun, offenbar in einer wun­der­baren Erd­beer­welt voller gut erzo­gener Teddys auf­ge­wachsen, Effen­berg den Mit­tel­finger-Schock ver­ziehen hat, war leider nicht in Erfah­rung zu bringen. 

Thierry Henry


Fröh­liche Herbst­aus­flüge nach Irland wird Thierry Henry in den nächsten 45 Jahren womög­lich nicht auf dem Urlaubs­plan haben, das ansäs­sige Fuß­ball-Volk würden den Fran­zosen wahr­schein­lich mit tief gefro­renen Ker­ry­gold-Paketen stei­nigen. Sein Hand­spiel im ent­schei­denden Quali-Spiel bedeu­tete das WM-Aus für Irland und ver­ur­sachte vor Wut schäu­mende Zei­tungs­ma­cher, die den bis dahin ledig­lich als ehe­ma­ligen Welt­klasse-Fuß­baller bekannten Henry zum Schlächter jeg­li­cher Fair­ness pro­kla­mierten. Was nichts daran änderte, dass Frank­reich im Sommer nach Süd­afrika fahren wird. Und Irland nicht.