1. Fans

Mafia im Fan­block

In Nea­pels Sta­dion gibt es zwei Fan­blöcke, Curva A und B, die für eure Scheiß-Stim­mung“ ver­ant­wort­lich sind, wie es Uli Hoeneß nennen würde. Ein Jus­tiz­mit­ar­beiter sagte in einem Pro­zess einmal: Die Fan­gruppen in der Kurve A des San-Paolo-Sta­dions beachten prä­zise Regeln und reprä­sen­tieren die Camorra-Clans der Stadt.“

Zaun bricht

Nicht auf­zu­halten waren die Neapel-Fans in Vil­lareal. Als Marek Hamsik beim Europa- League-Spiel für Neapel traf, bra­chen einige Fans im Jubel-Pogo durch den Zaun. Das Spiel musste meh­rere Minuten unter­bro­chen werden, viel mehr Grund zur Freude hatten die Tifosi nicht: Neapel verlor noch 1:2 und schied aus. Das Video gibt es hier.

Erd­beben-Jubel

Auch der Jubel im hei­mi­schen Sta­dion kann schon einmal leicht eksta­tisch aus­fallen. So wurden im Jahr 2005 die Sitze auf dem oberen Ring für unbe­stimmte Zeit gesperrt. Anwohner sollen sich beschwert haben, jedes Tor sei wie ein Erd­beben, das ihnen die Innen­ein­rich­tung zer­störe.

Graf­fitis am Friedhof

Als beson­ders pie­tät­voll lässt sich die Fan­ge­meinde nicht unbe­dingt umschreiben. Nach einer Meis­ter­schaft sprayten sie an die Mauern eines Fried­hofs: Ihr wisst gar nicht, was ihr ver­passt habt.“

Stangen am Bahnhof

In der Saison 2009/10 kam es beim Aus­wärts­spiel Nea­pels in Rom zu Aus­schrei­tungen, danach wurden den Tifosi kurz­zeitig wei­tere Aus­wärts­fahrten unter­sagt. Dass die Tour keine But­ter­fahrt werden würde, zeigte sich schon bei der Ankunft am Bahnhof in Rom.

2. Verein

Prä­si­dent als Schmuck­fäl­scher

Klub­prä­si­denten in finan­zi­ellen Schwie­rig­keiten – das kennt man. Klub­prä­si­denten in U‑Haft – auch das soll vor­ge­kommen sein. Aber der Fall von Nea­pels Prä­si­dent Giorgio Cor­belli im Jahr 2002 war schon in beson­derer Weise unge­wöhn­lich. Schließ­lich wurde Cor­belli zur Last gelegt, einer Bande von Künst­fäl­schern anzu­ge­hören. Die nicht mehr ganz so ori­gi­nalen Werke soll Cor­belli auf seinem eigenen TV-Kanal feil­ge­boten haben – einem Shop­ping-Sender für Kunst­in­ter­es­sierte.

Die 30-Stunden-Sen­dung

TV-Expe­ri­mente ganz anderer Art gab es vor dem ent­schei­denden Spiel um die Meis­ter­schaft 1987 in Neapel, wie der Kicker“ berichtet: Auf dem lokalen Sender Teleoggi‘ hatte ein ein­ziger Mode­rator mit Hilfe von Lei­den­schaft und infla­tio­närem Kaffee-Konsum 30 Stunden lang unun­ter­bro­chen auf die Scu­detto-Partie hin­ge­führt.“ Liebes Sport1-Team, lieber Jörg Won­torra, lieber Thomas Helmer, bitte nicht nach­ma­chen!

Die römi­sche Kanone

Aktu­eller starker Mann beim SSC Neapel ist der Film­pro­du­zent Aurelio de Lau­ren­tiis. Er pro­du­ziert vor­rangig nur in Ita­lien bekannte Weih­nachts­filme. Dass Lau­ren­tiis eher mono­the­ma­tisch vor­geht, belegt die Fil­mo­grafie: Weih­nachten auf dem Nil“, Weih­nachten in New York“, Weih­nachten in Miami“, Christmas in love“, Weih­nachten in Beverly Hills“ usw. Aber auch Die römi­sche Kanone“ schenkte er der Kla­mauk-Welt.

Über­fall an der Ampel

Der Ruf von Kri­mi­na­lität und Gewalt eilt Neapel voraus, selbst SSC-Mit­tel­feld­spieler Marek Hamsik fiel den rauen Sitten zum Opfer. 2009 wurde er wäh­rend einer roten Ampel­phase von Motor­rad­fah­rern mit Pis­tolen mal eben um 800 Euro und seine Rolex erleich­tert.

Napoli Soccer

Von 2004 an fir­mierte der Klub unter anderem Namen: Nach dem Kon­kurs und dem Neu­be­ginn in der Serie C1 hieß er Napoli Soccer, erst 2006 erwarb der Verein die alten Namens­rechte zurück.

3. Mara­dona in Neapel

Ein Kilo Kokain

Pietro Pugliese war Mara­donas Ver­trauter in Neapel, doch später ließ Pugliese kein gutes Haar am Argen­ti­nier. Er bezeich­nete ihn als inter­na­tio­nalen Rausch­gift­händler“. Pugliese klagte im Spiegel“ an, Mara­dona und sein Berater hätten Puglieses Freundin als Dro­gen­schmugg­lerin benutzt. Auf einem Flug von Buenos Aires nach Rom hatte die Dame nicht weniger als ein Kilo Kokain im Gepäck.

Der Nach­folger

Eze­quiel Lavezzi, argen­ti­ni­scher Offen­siv­spieler des SSC, gilt als legi­timer Nach­folger von Mara­dona. In Neapel halten es nur wenige für Zufall, dass Lavezzi auf den Tag genau 23 Jahre nach Mara­donas Ankunft in Neapel vor­ge­stellt wurde.

Diego Mara­dona junior

Wäh­rend seiner Zeit in Neapel hatte Mara­dona eine kurze Lieb­schaft mit der Ita­lie­nerin Cris­tiana Sinagra. 24 Jahre später traf das Zeit“-Magazin das Ergebnis dieser Liaison: Diego Mara­dona junior, einen unter­klassig spie­lenden Fuß­baller, seinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten. Ums Vater-Sohn-Ver­hältnis stand es nicht zum Besten, nachdem Diego senior ver­kündet hatte: Kein Richter wird mich jemals zwingen, dieses Kind zu lieben.“ Diego junior beschwich­tigt indes im Inter­view: Mein Vater hat ja nie bestritten, dass er mein Vater ist. Er hat nie einen DNA-Test ver­langt.“ Echte Lie­bes­be­weise sehen aber auch anders aus.

Ver­kehrs­chaos

Mas­si­mi­liano Favo, ehe­ma­liger Mit­spieler Mara­donas, erin­nerte sich in unserem 80er Spe­zial“ an die gemein­same Zeit: Er war Abgott und ein Gefan­gener Nea­pels. Wir Spieler baten ihn, erst nach uns das Trai­nings­ge­lände zu ver­lassen. Ging er vor uns, brach regel­mäßig der Ver­kehr zusammen, weil ihn Auto­gramm­jäger ver­folgten und wir kamen erst am späten Nach­mittag nach Hause.“

Life is live

Diego Mara­dona hat Live is life“ zwar nicht geschrieben, aber zumin­dest gezeigt, wie man dazu auf dem Fuß­ball­platz tanzt.