Am Samstag durfte Tor­wart Lukas Kruse das erste Mal für seinen neuen Klub Borussia Dort­mund im Tor stehen. Dem BVB-Neu­zu­gang wird sein Debüt, drei Tage nach seinem 25. Geburtstag, in Erin­ne­rung bleiben. Denn es gab leider Szenen, die im Fuß­ball nie­mand mehr sehen will.

Kaum stand der ein­ge­wech­selte Kruse in der zweiten Hälfte zwi­schen den Pfosten, wurde er von den eigenen Fans unter Beschuss genommen. BVB-Fans warfen nach­ein­ander fünf bren­nende und rau­chende ben­ga­li­sche Fackeln in Kruses Straf­raum, das Tor­netz fing Feuer. »Mein erstes Spiel für den BVB hatte ich mir anders vor­ge­stellt. Aber viel­leicht haben sie zu mir geworfen, weil sie nicht weiter gekommen sind«, sagte Kruse mit einer dicken Por­tion Sar­kasmus.

Watzke kün­digt Kon­se­quenzen an

In ihrem Block hatten die unver­bes­ser­li­chen Fans vorher mehr­fach Rauch­bomben ange­zündet und für dicke Schwaden im Sta­dion Brühl gesorgt. Das Spiel wurde minu­ten­lang unter­bro­chen, der Abbruch drohte. BVB-Kapitän Sebas­tian Kehl stellte sich in die Rauch­wolken und ver­suchte die Fans zu beru­higen. »Das ist Fuß­ball, das ist der BVB, haben die gesagt. Ich weiß nicht, was in sol­chen Köpfen vor­geht«, schimpfte Kehl nachher.

»Pein­lich, einige unsere Fans haben hier kein gutes Bild abge­geben«, fand BVB-Trainer Jürgen Klopp. Sein Arbeit­geber hat für Don­nerstag ein internes Sicher­heits­ge­spräch ange­setzt. »Wir ver­ur­teilen so etwas aufs Schärfste und werden das mit aller Ent­schlos­sen­heit auf­klären«, kün­digte BVB-Boss Hans-Joa­chim Watzke an. Den Hobby-Pyro­tech­ni­kern drohen jetzt Sta­di­on­ver­bote.

Es war aber nicht nur das gefähr­liche Feu­er­werk, das das Geschehen auf dem Rasen zwi­schen dem BVB und dem FC Basel zur Neben­sache degra­dierte. Vor dem Spiel hatten die berühmt-berüch­tigten Baseler Hoo­li­gans in der Gren­chener Innen­stadt das Dort­munder Fan­mobil atta­ckiert. Im Sta­dion stürmten die Baseler, die 2004 beim Uhrencup eine Stoff­puppe mit dem Ant­litz ihres Spie­lers Mladen Petric (jetzt beim BVB) ver­brannt hatten, den Borussen-Fan­block. Es gab Ran­ge­leien, Müll­eimer flogen. Im Spiel beschimpften die Schweizer Fans dann BVB-Tor­hüter Roman Wei­den­feller und bewarfen ihn mit Bier­be­chern und Feu­er­zeugen. »So etwas habe ich noch nicht erlebt«, sagte Wei­den­feller.

Auch nach dem Spiel Schlä­ge­reien

Nach dem Spiel kam es dann noch vor dem Sta­dion Brühl zu Schlä­ge­reien. Die zah­len­mäßig über­le­genen Schweizer Fans warfen mit Steinen und Fla­schen. Schließ­lich setzte die über­for­derte Polizei noch Trä­nengas ein. Zum Glück gab es ins­ge­samt nur eine Hand­voll leicht ver­letzter Fans.

»Die Polizei war an Unfä­hig­keit nicht zu über­bieten«, machte BVB-Fan­be­auf­tragter Jens Volke seinem Ärger Luft. Volke kri­ti­sierte auch die eigenen Fans. »Ich bin sehr ent­täuscht. Es waren ver­ein­zelte Idioten, die die Sachen geworfen haben.«

Fuß­ball gespielt wurde in Gren­chen übri­gens auch und das durchaus sehens­wert. Der BVB hatte den Schweizer Meister Basel weit­ge­hend im Griff. Sebas­tian Kehl und Nelson Valdez trafen für Dort­mund, das beim Tur­nier Platz zwei belegte.