Nach dem 2:1 Aus­wärts­sieg des FC Salz­burg im Europa League Ach­tel­fi­nale bei Borussia Dort­mund sitzen viel­leicht ein Dut­zend Jour­na­listen im Pres­se­raum des Signal-Iduna-Parks und lau­schen den Worten von Salz­burg-Coach Marco Rose. Auf eine kurze Spiel­ein­schät­zung des Trai­ners und einer Ana­lyse des Gegen­tors folgt die Frage, ob die Spieler heut denn länger auf­bleiben und ein wenig feiern dürfen. Rose, kariertes Hemd, leicht ergraute Haare, wirkt für einen Moment sehr irri­tiert. Tut mir leid, aber wir haben hier ja nichts geschafft. (…) Das Ziel ist es nicht einmal im Leben in Dort­mund zu gewinnen, son­dern wei­ter­zu­kommen.“

Ein beein­dru­ckendes Zitat vom Trainer des öster­rei­chi­schen Klubs, der zuletzt zehn (!) Mal an der Cham­pions League-Qua­li­fi­ka­tion schei­terte. Der sich, nachdem er die eigene Liga kom­plett durch­ge­spielt hat, nach nichts mehr sehnt, als nach großen Namen auf inter­na­tio­nalem Par­kett. Doch im Moment dieses großen Erfolgs behält Rose die Kon­zen­tra­tion auf­recht, warnt vor der wütenden Dort­munder Mann­schaft im Rück­spiel, und wird belohnt – seine Mann­schaft zieht nach einem 0:0 ins Vier­tel­fi­nale ein.

Von Klopp ermu­tigt

Roses Weg dahin war durchaus unkon­ven­tio­nell. Der gebür­tige Leip­ziger durch­läuft ver­schie­dene Jugend­ab­tei­lungen, ehe er 1997, mit 21 Jahren, beim Zweit­li­gisten VfB Leipzig sein Pro­fi­debüt gibt. Als Spieler zeichnet ihn ein Offen­siv­drang aus, der sich später auch in seiner Arbeit als Trainer wie­der­findet. Der dyna­mi­sche Links­ver­tei­diger spielt lange unter­klassig, bis er über einen kurzen Zwi­schen­stopp in Han­nover, 2003 zum FSV Mainz 05 kommt, wo er 2004 Teil des umju­belten Auf­stiegs in das Ober­haus ist. Am Ende trägt er das rote Trikot fast 200 Mal. So etwas schweißt zusammen.

Erst kürz­lich gab es Glück­wün­sche zu den Leis­tungen in Salz­burg von seinem dama­ligen Trainer: Jürgen Klopp. Rose hat bereits als Spieler den Gedanken, später an Sei­ten­linie zu stehen. Klopp ermu­tigt ihn. 2010 endet seine Profi-Lauf­bahn und er wird Co-Trainer der U23 der Mainzer. Dort bleibt er zwei Jahre, in denen er von Thomas Tuchel und Martin Schmidt lernt. Anschlie­ßend zieht er hinaus in die Welt, auf der Suche nach einem Chef­trainer-Posten.

Lok Leipzig und Ralf Rang­nick

Der heute 41-jäh­rige wird beim 1. FC Lok fündig, in seiner Hei­mat­stadt. Hier trifft er 2012 zum zweiten Mal in seinem Leben auf Ralf Rang­nick. Der Sport­di­rektor von RB Leipzig war in Han­nover Roses Trainer. Der sagt über seinen frü­heren Chef „ Er hat mich aus Han­nover weg­kom­pli­men­tiert, aber auf eine ehr­liche Art und Weise, die ich sehr geschätzt habe.“ Die Wert­schät­zung beruht offen­sicht­lich auf Gegen­sei­tig­keit, denn nachdem Rose mit Lok Leipzig die Klasse hält, instal­liert der Sport­di­rektor, der damals noch Leipzig und Salz­burg betreute, ihn nur ein Jahr später in der Jugend­ab­tei­lung des FC Salz­burg.