Rück­blick
Als die For­tuna am 14. Spieltag aus Mün­chen ein 3:3 ent­riss – war die Stim­mung eigent­lich im Keller. Schließ­lich stand Düs­sel­dorf zu diesem Zeit­punkt noch immer auf dem letzten Tabel­len­platz. Doch mit einem über­ra­genden End­spurt zum Jah­res­ende und einem 2:1 gegen Borussia Dort­mund war plötz­lich Ruhe ein­ge­kehrt. Hätte nicht im Win­ter­trai­nings­lager die Posse um eine Nicht-Ver­trags­ver­län­ge­rung von Trainer Fried­helm Funkel wieder ordent­lich Trubel hin­ein­ge­bracht. Als auch das abge­wendet war, spielte For­tuna fröh­lich auf. Und zählte als Tabel­len­zehnter zu der Über­ra­schungs­mann­schaft der abge­lau­fenen Saison.

Trans­fers
Sport­vor­stand Lutz Pfan­nen­stiel wäre der per­fekte Kunde für auf­stre­bende E‑S­cooter-Start-Ups. Er leiht ein­fach gerne aus. So kann die For­tuna erneut mit wenig Mit­teln einen stand­festen Kader auf­weisen. Zu Thomas Pledl (FC Ingol­stadt) und Flo­rian Kas­ten­meier (VfB Stutt­gart II) und dem gha­nai­schen Talent Nana Ampomah haben sich auf Leih­basis Zack Steffen (Man­chester City), Lewis Baker (FC Chelsea), Ber­nard Tek­petey (FC Schalke 04) und Erik Thommy (VfB Stutt­gart) gesellt. Dass dieses Modell funk­tio­nieren kann, bewies zuletzt die Ver­pflich­tung von Dawid Kow­nacki. Der pol­ni­sche Stürmer aus Genua war bereits zur Rück­serie aus­ge­liehen, nun ver­ein­barte For­tuna aber­mals ein Leih­ge­schäft. Diesmal aber mit Kauf­op­tion. Dass jetzt auch noch Kelvin Ofori ver­pflichtet wurde, sorgt im Verein schon für eine kleine Ofori-Wel… Nein, das sagen wir jetzt nicht. Und so bas­telt man in Düs­sel­dorf weiter eifrig an einem Kader – der einem irgend­wann hof­fent­lich auch mal selbst gehört.

Boss-Level
Spä­tes­tens seit Kol­legah in seinen ersten Videos über die Rhein­knieb­rücke lief, ist der Boss in Düs­sel­dorf – not­falls nur als Pop-Up-Store auf der Königs­allee. Allein: Wer bei der For­tuna der Boss ist, blieb lange Zeit unge­klärt. Zu öffent­lich war der Macht­kampf zwi­schen Fried­helm Funkel und dem Vor­stands­vor­sit­zenden Robert Schäfer, der den Trainer lieber früher als später ersetzt hätte und am Ende selbst gehen musste. Kein Wunder also, dass Funkel bei seiner Ehrung als Trainer der Saison auf der 11FREUNDE-Meis­ter­feier mahnte, auch im Nega­tiv­trend an Per­sonen fest­zu­halten. Wir haben doch gesehen, was pas­siert, wenn man sich selbst zer­fleischt – wie in Stutt­gart und Han­nover. Oder wenn man den Trainer zu früh wech­selt. Dann steigt man ab. Je weniger sich ein­mi­schen, desto besser ist es für For­tuna.“ Funkel und Pfan­nen­stiel führen Düs­sel­dorf also an, so scheint es, als das beste Duo in der Stadt seit dem Boss und dem Banger. Beim Anblick derer Kar­rieren sollte aber jeder hoffen, dass die Par­al­lelen zum letzten Mal gezogen werden.

Umfeld
Funkel und Pfan­nen­stiel haben es auch geschafft, dass sich die Fans gar nicht erst den Träu­me­reien hin­geben. Funkel sagt: Wir können kein anderes Ziel haben als den Klas­sen­er­halt.“ Das Umfeld ist mit dieser Ziel­set­zung eigent­lich voll­ends ein­ver­standen. Eine Sache wäre da aber noch: Die Derbys gegen Köln.

Trikot
Das Trikot-Set der For­tuna ist ziem­lich genau das, was sich jeder Fan wünscht, der mit einem bes­seren Mode­ge­schmack als Chris­tian Audi­gier aus­ge­stattet ist. Das Heim­trikot mit roter Brust ist eine Remi­nis­zenz an alte Tage, das Aus­wärts­trikot ele­gant schlicht und das Aus­weich­trikot mit Hom­mage an die eigene Kurve und ihre Banner. So kann’s gehen.

Die 11FREUNDE-Pro­gnose
Wer es bis hierhin geschafft hat, wird sich dem Ein­druck nicht ver­wehren können, dass es bei der For­tuna läuft. Locker und leise wird Düs­sel­dorf also auch in der kom­menden Saison der Klas­sen­er­halt gelingen. Könnte man meinen. Doch mit dem Auf­takt­pro­gramm Bremen, Lever­kusen, Frank­furt, Wolfs­burg und Glad­bach könnte bereits Ende Sep­tember wieder Panik beim Tabel­len­letzten aus­ge­bro­chen sein.