Der 13. Spieltag der Saison 1985/86 war das bis­lang letzte Mal, dass sich Borussia Dort­mund in der Mitte einer Bun­des­liga-Saison am Tabel­len­ende befand. Damals war der BVB eine Mit­tel­klasse-Mann­schaft, die Stars hießen Jürgen Weg­mann und Michael Zorc. Exakt 29 Jahre später findet sich die Borussia erneut am Tabel­len­ende wieder – nur ist diesmal die Aus­gangs­si­tua­tion eine gänz­lich andere.

Ver­kehrte Vor­zei­chen

Eigent­lich, so der Plan, wollte der BVB auch diese Saison wieder um die Cham­pions-League-Plätze mit­spielen. Doch die Nie­der­lage gegen Frank­furt rückt nun kurz­fristig andere Ziele in den Vor­der­grund, denn erstmal muss der Klub den Tabel­len­keller ver­lassen. Was BVB-Fans an der 0:2‑Niederlage gegen Ein­tracht Frank­furt beson­ders stören dürfte, war ihr Zustan­de­kommen. Bis­lang hatte der BVB in dieser Saison kaum Punkte gesam­melt, aber zumin­dest akzep­table (gegen Han­nover und Köln) bis gute Leis­tungen (gegen Bayern und Pader­born) gezeigt. Gegen Frank­furt war das Spiel der Dort­munder aber beson­ders in der ersten Halb­zeit schwach, eine Pass­quote von knapp 60 Pro­zent ließ bei jedem Anhänger des BVB die Alarm­glo­cken schrillen.

Ein­tracht Frank­furt spielte indes von der ersten Minute an mutig nach vorne. Mit ihrem aggres­siven 4 – 1‑3 – 2‑Pressing setzten sie den sicht­lich ver­un­si­cherten BVB bereits in deren Hälfte unter Druck. Immer wieder leis­tete sich die Defen­sive der Dort­munder krasse Fehler im Spiel­aufbau, zudem fehlte erneut eine ord­nende Hand im Mit­tel­feld. Und so über­raschte es kaum, dass die Ein­tracht nach einem Ball­ver­lust des Geg­ners mit einem Pass in die Tiefe umschalten und so den Füh­rungs­treffer erzielen konnte. Wie schon so oft in dieser Saison sah die Abstim­mung beim BVB in der Innen­ver­tei­di­gung nicht gut aus, Alex Meier fand zwi­schen dem ori­en­tie­rungs­losen Neven Subotic und Mat­thias Ginter, der das Abseits aufhob, die Lücke (5.). Es stand 1:0.

Kon­tern kann Klopp

Kurios jedoch: Wer den Füh­rungs­treffer ver­passt hatte, konnte im wei­teren Ver­lauf des Spiels höchs­tens erahnen, dass Dort­mund mal wieder hinten liegt. Frank­furt ver­wal­tete in der eigenen Hälfte nur noch den Ball, wäh­rend Dort­mund sei­ner­seits im 4−4−1−1 auf Ball­ge­winne lau­erte. Doch bevor es richtig brenzlig werden konnte, befreite sich die Ein­tracht immer wieder mit langen Bällen geschickt aus dem Dort­munder Pres­sing.

Dass Dort­mund trotzdem nach Ball­ge­winnen einige Chancen ver­bu­chen konnte, unter­strich nur ihre ursprüng­li­chen Qua­li­täten im Umschalt­spiel. Aller­dings beruhten die meisten Mög­lich­keiten auf den Risi­ko­fak­toren, die der Frank­furter Offen­siv­fuß­ball Marke Thomas Schaaf nun mal mit sich bringt: viel Offen­siv­wucht gibt es nur auf Kosten man­gelnder Absi­che­rung gegen Konter.