Empoli | Fr | 15 uhr 
Stadio Carlo Cas­tel­lani
FC Empoli vs. AS Bari
Wenn es im ita­lie­ni­schen Zweit­li­ga­fuß­ball ein Duell Gut gegen Böse gibt, dann Empoli gegen Bari. Die Tos­kaner haben den Ruf einer Talent­schmiede, die Süd­ita­liener ihren letzten Tropfen Würde im jüngsten Wett­skandal ver­loren. Doch Vor­sicht mit vor­schnellen Urteilen: Empoli, dessen linke Tifosi eine Fan­freund­schaft mit dem 1. FC Saar­brü­cken ver­bindet, stattet tra­di­tio­nell den größten Böse­wicht Ita­liens mit Spie­lern aus. Zu Juventus wan­derten Natio­nal­spieler wie Amauri, Gio­vinco oder Mar­chisio ab.

Vinci | Sa | ab 9 uhr
Geburts­haus von Leo­nardo da Vinci 
Loca­lità Anchiano
Der große Renais­sance­künstler Leo­nardo stammt aus Vinci, daher sein Name. Sein Geburts­haus ist nach langer Reno­vie­rung wieder geöffnet. Der Ein­fluss des Uni­ver­sal­ge­nies auf den Sport ist noch nicht näher erforscht. Die zeit­liche Nähe zwi­schen Leo­nardos Leben und der Ent­ste­hung des calcio fio­ren­tino, einer bru­talen Früh­form des Fuß­balls, lässt aber tief bli­cken. Mut­maß­lich ließ auch der Bil­der­buch-Huma­nist Leo­nardo beim Gewalt­kick seinen Aggres­sionen freien Lauf.

Mai­land | Sa | 20.45 uhr
Stadio Giu­seppe Meazza 
AC Mai­land VS. AC Flo­renz
Wie sein Eigen­tümer Silvio Ber­lus­coni, so befindet sich auch Milan auf dem abstei­genden Ast. San Siro, die her­un­ter­ge­kom­mene Oper des Fuß­balls, ist das Symbol dieses Nie­der­gangs. Ziel sind nicht mehr Titel, son­dern höchs­tens noch die Qua­li­fi­ka­tion für die Cham­pions League. Für Gla­mour sorgt allein Stürmer Mario Balo­telli, sel­tener mit Toren, häu­figer mit großen Autos oder spek­ta­ku­lären Platz­ver­weisen. Hin­gegen befindet sich der AC Flo­renz in einer uner­war­teten Blüte und bietet schönen Angriffs­fuß­ball. Auch der Flo­ren­tiner Mes­sias namens Mario Gomez könnte nach seiner Knie­ver­let­zung in diesem Spiel wieder ein­satz­be­reit sein.

Livorno | So | 12.30 Uhr
Stadio Armando Picchi 
AS Livorno vs. Ata­lanta Ber­gamo
Livorno ist die linke Hoch­burg des Calcio. In der
Hafen­stadt wurde 1921 Ita­liens kom­mu­nis­ti­sche Partei gegründet. Die Folge ist, dass auch heute noch rote Fahnen in der Curva Nord wehen und bei jedem Match Par­ti­sa­nen­lieder ange­stimmt werden. Klein-Kuba auf Ita­lie­nisch. Aller­dings regieren im Armando Picchi nicht mehr die alten Kader. Den Ton geben jetzt die bimbi an, wie der min­der­jäh­rige Fan­nach­wuchs vor Ort genannt wird. Dass der Gegner aus Ber­gamo stammt, dem Revier der fremdenfeind­lichen Lega Nord, muss aber nicht zwangs­läufig zu Beschimp­fungen führen – schließ­lich gelten auch die Ata­lanta-Fans als eher links­ori­en­tiert.

Livorno | So | Nach­mit­tags
Centro Poli­tico 1921
Via dei Mulini 29
Wem es in der Bar Sirena“, dem tra­di­tio­nellen Treff­punkt der Livorno-Fans vor den Spielen, zu eng ist, der kann einen anderen geschichts­träch­tigen Ort in der Stadt auf­su­chen. Das Centro Poli­tico 1921 ist der Sitz der Livorno-Ultras und gleich­zeitig die Basis
aller stramm­linken Umtriebe der Stadt. Hier besie­gelten die Livorno-Ultras nicht nur ihre Fan­freund­schaft mit AEK Athen, dessen Wappen sich viele Livorno-Fans täto­wieren ließen. Nost­al­giker und sozio­lo­gisch Inter­es­sierte freuen sich über einen Hauch von Klas­sen­kampf und bil­liges Bier.

Turin | So | 20.45 uhr
Stadio Olim­pico 
FC Turin vs. AS Rom
Das Fuß­ball­wo­chen­ende in Ita­lien sollte nicht ohne eine aus­führ­liche Denk­mal­be­sich­ti­gung enden. Damit ist nicht das bei den Fans unbe­liebte, 1933 einge­weihte und für die Win­ter­spiele 2006 reno­vierte Turiner Olym­pia­sta­dion gemeint, in dem allein der Underdog Torino seine Heim­spiele bestreitet, nachdem Lokal­ri­vale Juventus in die eigene schicke neue Arena geflüchtet ist. Nein, das Denkmal kommt aus Rom: In den Reihen der AS spielt ein gerade 37 Jahre alt gewor­dener Senior namens Fran­cesco Totti. Und das auch noch ziem­lich gut: In den ersten Wochen der neuen Spiel­zeit stand die Roma regel­mäßig an der Tabel­len­spitze.