Seite 2: Aufgewachsen auf Kempener Ascheplätzen

Beyers Zukunft ist natür­lich nicht in Stein gemei­ßelt, obwohl er zu den abso­luten Gewin­nern der Sai­son­vor­be­rei­tung zählt, doch stehen die Zei­chen günstig für einen Kick­start in die Pro­fi­kar­riere. So sagt Manager Max Eberl: Wir haben unsere Phi­lo­so­phie darauf aus­ge­legt, dass wir immer wieder Talente finden wollen, am besten im eigenen Stall.“ 

Beyer ent­spricht dieser Phi­lo­so­phie. Ziem­lich genau. Bis zur U15 nahm der Kempener zwar noch den Umweg über die Jugend­mann­schaften von For­tuna Düs­sel­dorf, 2015 ging er zu seinem Her­zens­verein. Der Borussia ist daran gelegen, ihn früh bei den Profis ein­zu­binden. Auch, um der Mann­schaft Iden­ti­fi­ka­ti­ons­po­ten­tial zu ver­schaffen.

Das kann Beyer lie­fern, nicht nur wegen seiner Ver­eins­ver­bun­den­heit, son­dern auch wegen seines Ein­satzes auf dem Platz. Im Pokal zeigte er sich abge­klärt und zwei­kampf­stark, defensiv stabil und offensiv intel­li­gent. Könnte daran liegen, dass er auf Kempener Asche­plätzen auf­wuchs. Klar, Has­tedt war nur ein Fünft­li­gist. Aber Trainer Dieter Hecking ver­traut ihm: Dass er am Samtag, wenn Leon Bailey oder Julian Brandt über seine Seite kommen, mehr zu tun bekommen wird, ist klar. Aber ich glaube, er wird auch das lösen.“

Ganz beson­ders wichtig ist die Posi­tion, auf der Beyer sich gerade in den Vor­der­grund spielt. In Zeiten einer Spiel­kultur, die Außen­ver­tei­diger quasi zu den wich­tigsten Spie­lern auf dem Platz über­höht, ist ein viel­ver­spre­chendes Talent für diese Rolle sowohl in mone­tärer als auch in spie­le­ri­scher Sicht Gold wert, weil viele Bun­des­li­ga­klubs auf den defen­siven Außen­bahnen Schwä­chen haben. Dabei kann der 18-Jäh­rige auch auf beiden Innen­ver­tei­di­ger­po­si­tionen in Heckings geliebter Vie­rer­kette auf­laufen, wie er es auch schon für die deut­sche U18-Aus­wahl getan hat.

Seine Zeit ist gekommen

Nachdem sich die Borussia lange und am Ende erfolglos um Reece Oxford bemühte und durch die schon vor Sai­son­be­ginn wieder unfass­bare Zahl an Mus­kel­ver­let­zungen scheint die Zeit von Jordan Luis Beyer etwas früher zu kommen, als gedacht. 

Diesmal dann mit echtem Gegner und wahr­schein­lich ohne 11:1‑Sieg. Beyer wird es eini­ger­maßen egal sein.