Ich hatte mal ein Play­mobil-Männ­chen, das war blond und hieß Thomas“. Es war der Boss in meiner Eisen­bahn­land­schaft, war Lok­führer, Bahn­hofs­vor­steher und Schran­ken­wärter zugleich. Mehr ging nicht. Auf Thomas“ mussten sie alle hören.



Ein biss­chen später, es muss um 1985 gewesen sein, fing ich an, Fuß­ball­sti­cker zu sam­meln. Aus einem der ersten kleinen Umschläge, die ich auf­riss, fiel mir das Bild­chen eines Mannes ent­gegen: Er war blond und hieß Thomas“. Thomas Schaaf vom SV Werder Bremen war, von nun an bis in alle Zeit, mein Lieb­lings­spieler. 

Thomas war Ver­tei­diger, ich wurde es auch. Thomas ging rauf und runter, ich ging eben­falls rauf, bloß manchmal schaffte ich es nicht mehr runter, aber das war ja nur E‑Ju­gend-Kreis­liga. Thomas wurde Deut­scher Meister, holte den Euro­pa­pokal der Pokal­sieger, ich hisste vor unserem Haus die Werder-Fahne. Thomas wurde Trainer, ich leider kein Profi, dafür reichte es kon­di­tio­nell und auch tech­nisch, naja: ins­ge­samt nicht.

Ich wurde Sport­jour­na­list, Werder mein Spe­zi­al­ge­biet. Und so traf ich ihn doch noch, den mitt­ler­weile rest­blonden Thomas, zum Inter­view für meinen Arbeit­geber.

Ich wollte nie jemand Anderes sein als Thomas Schaaf“, sagt er in dem Heft, das jetzt im Handel ist. Das hätte ich, vor einigen Jahren, auch von mir sagen können.