Seite 2: „Die Leute identifizieren sich wieder mit dem Verein"

Die KFC-Ver­eins­le­gende Werner Vollack hat euch bei den Sanie­rungs­ar­beiten besucht. Wie war das Treffen?
Kühr: Das war ein sehr ange­nehmes Treffen, es hat die Leute noch einmal mit­ge­rissen. Der Werner hat von früher erzählt, ich glaube, er hatte auch eine kleine Träne im Auge, weil er sieht, wie wir uns für den Verein und das Sta­dion ein­setzen. Er wusste am Anfang gar nicht, was er sagen soll. Wir haben auch noch wei­tere Spieler ange­schrieben. In den nächsten Wochen werden uns ab und zu auch noch wei­tere Ex-Profis besu­chen. Es werden Uer­dinger Legenden sein, das kann ich ver­spre­chen.

Ins­ge­samt ist die Stim­mungs­lage also trotz der ange­spannten sport­li­chen und finan­zi­ellen Situa­tion positiv?
Kühr: Ja, auf jeden Fall. Ohne uns jetzt auf die Schulter klopfen zu wollen, aber wir merken, dass die Leute sich an unserer Aktion wieder hoch­ziehen. Man nimmt die Auf­bruchs­stim­mung und das Wir-Gefühl wahr. Die Leute iden­ti­fi­zieren sich wieder mit dem Verein. Und das ist ja auch unsere Inten­tion, ein Wir-Gefühl zu ver­mit­teln, sodass der KFC und die Stadt Kre­feld gemeinsam wieder nach oben kommen.

Also gilt es jetzt, diese Saison irgendwie zu über­leben um dann in Zukunft von der Neu­auf­stel­lung des Ver­eins zu pro­fi­tieren?
Grauten: Wenn wir dieses Jahr sport­lich und finan­ziell über­leben, dann werden wir nächstes Jahr ein saniertes Sta­dion, ein Trai­nings­ge­lände und eine Geschäfts­stelle haben. Man merkt, dass alle wieder zusam­men­rü­cken, dass alle wieder dabei sein wollen, dass es vor­wärts geht. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Auch die Spon­soren, die in den letzten Jahren ver­grault wurden, kommen langsam wieder. Glei­ches gilt für die Fans und die Ehren­amtler, sodass wir in einem Jahr wahr­schein­lich sagen: Das war das Beste, was uns pas­sieren konnte.“ Wir haben immer über­legt, wie wir den Investor los­werden. Dazu gab es eigent­lich gar keine Chance, weil wir kein Sta­dion mehr hatten. Wir hatten ja gar nichts mehr. Und jetzt sind wir in diese Situa­tion hin­ein­ge­worfen worden. Wir hätten nie gedacht, dass das so gut läuft. Wenn der Vor­stand das jetzt auf die Reihe bekommt – und wir halten viel vom Vor­stand, drei von vier kommen aus der Fan­szene – dann werden wir in einem Jahr alle glück­lich sein, dass wir das so gemacht haben. Auch wenn wir dann nur noch in der vierten Liga spielen und nicht mehr in der dritten.

Wenn alles super läuft, können wir viel­leicht schon im Februar oder März wieder in der Gro­ten­burg spielen“

Martin Kühr

Es heißt, dass ihr mit den Arbeiten deut­lich vor dem Zeit­plan liegt, das dürfte dem Verein und der Stadt gefallen. Werdet ihr in Zukunft an wei­teren Pro­jekten betei­ligt sein?
Savic: Eigent­lich war der Sep­tember das Ziel, aber die Demon­ta­ge­ar­beiten sind bereits abge­schlossen. Wir haben Kapa­zi­täten, die Leute haben wei­terhin Lust, ehren­amt­lich für die Stadt Kre­feld zu arbeiten. Wir sind im Umkreis wei­terhin auf der Suche nach Spon­soren, die Bau­stoffe stellen, sodass wir dann auch den Neubau betreiben können. Mal sehen, was die Stadt Kre­feld uns anbietet. Wir sind auf jeden Fall inter­es­siert. Bis jetzt klingt das alles auch ganz viel­ver­spre­chend.
Grauten: Wir ver­han­deln gerade dar­über, dass wir 8000 Sitz­schalen mon­tieren dürfen, nach dem Motto: Jeder Fan mon­tiert seine eigene Schale. Und es gibt zumin­dest die Andeu­tung, dass wir even­tuell die kom­pletten Innen­räume, inklu­sive der farb­li­chen Gestal­tung und der Aus­wahl der Böden, selber gestalten dürfen.

Gibt es schon einen Termin, wann das erste Heim­spiel in der Gro­ten­burg statt­finden soll?
Grauten: Der offi­zi­elle Plan der Stadt Kre­feld ist momentan April 2022. Es gibt mitt­ler­weile die ersten Stimmen, die sagen, dass man mit nur einer Tri­büne auch schon eher rein­könnte. Ich meine, wir spielen in der vierten Liga, wir werden das Sta­dion wahr­schein­lich, bis auf das erste Spiel viel­leicht, sowieso nicht aus­ver­kauft haben. Ich glaube, für jeden rich­tigen Fan wäre es total egal, ob wir nur mit einer Tri­büne oder eine halben Tri­büne spielen. Haupt­sache wir sind wieder zu Hause. Wir müssen ja sonst nach Vel­bert fahren. Da fährt kein Bus oder Zug hin, da muss man mit dem Auto hin­fahren. So wird das eine Kata­stro­phen-Saison. Aber immer mit dem Aus­blick, dass wir eine gute Zukunft vor uns haben.
Kühr: Genau, das ist unsere Inten­tion, dass wir durch unsere Hilfe die Zeit bis zum ersten Heim­spiel in der Gro­ten­burg ver­kürzen. Wenn alles super läuft, können wir viel­leicht schon im Februar oder März wieder in der Gro­ten­burg spielen.