Mas­kott­chen haben im eng­li­schen Fuß­ball eine lange, mit­unter anrüh­rende Tra­di­tion. Als der Dritt­li­gist FC Brad­ford etwa vor ein paar Monaten sein Mas­kott­chen Lenny Berry, besser bekannt als The City Gent“, feu­erte, weil er zu dünn geworden war und er des­wegen nicht mehr dem tra­di­tio­nellen Erschei­nungs­bild des Mas­kott­chens ent­sprach, entlud sich die Wut der Fans kübel­weise auf die Klub­ver­ant­wort­li­chen. Berry hatte näm­lich so viel Gewicht ver­loren, weil er an Dia­betis litt. Die Idee des Klubs, dass er doch zukünftig einen soge­nannten Fatsiut tragen könne, schlug das stolze Ex-Mas­kott­chen ent­täuscht aus.. Als eines der bekann­testen Ver­treter seiner Zunft gilt Bertie Bee“, die über­le­bens­große Biene in Diensten des FC Burnley. Bertie, der sich selbst ganz bescheiden den Bei­namen The har­dest working mascot in foot­ball“ ver­passt hat, erlangte inter­na­tio­nale Bekannt­heit, als er in einem Spiel gegen Preston einen Flitzer fach­ge­recht zu Boden tackelte, nachdem der Nackedei gleich meh­reren Ord­nern ent­wischt war. Der Klub wid­mete ihm in Folge dieser Hel­dentat sogar eine eigene kleine Home­story.

Im Turf Moor, der Heim­stätte des FC Burnley, genießt die knuf­fige Rie­sen­biene seitdem Nar­ren­frei­heit. Doch auch zu viel Frei­heit hat irgend­wann seine Grenzen und Bertie bekam diese am Wochen­ende zu spüren. Im Spiel gegen die Queens Park Ran­gers war die Biene mit der Nummer 1882 in seinem Ele­ment. Weil er seine Mann­schaft massiv benach­tei­ligt sah, ges­ti­ku­lierte der schwarz­gelbe Ein­heizer wild an der Außen­linie herum. Und als einer der Lini­en­richter erneut einen Burnley-Spieler im Abseits wähnte, ergriff Bertie die Initia­tive: Kur­zer­hand bot er dem Mann mit der Fahne eine Brille an.

Was witzig gemeint war, kam bei Schieds­richter Simon Hooper nicht so gut an. Er ver­wies die Biene des Feldes. Das Sta­dion stand Kopf. Der bedröp­pelte Honig­freund tat dar­aufhin spontan Buße und ließ sich – zumin­dest für einen Schnapp­schuss – reu­mütig hinter Git­tern ablichten.

Ich liebe Bertie Bee“

Seitdem über­rollt Bertie eine Welle der Sym­pa­thie. Ver­eins­über­grei­fend loben Fans die cou­ra­gierte Biene für seine Aktion. Mit dem ehe­ma­ligen Regie­rungs­spre­cher von Tony Blair, Alas­tair Camp­bell, hatte das reni­tente Mas­kott­chen sogar einen pro­mi­nenten Für­spre­cher. Der Poli­tiker twit­terte: Ich liebe Bertie Bee“ Das geht wohl auch nur in Eng­land.

Doch aus­ge­rechnet aus den eigenen Reihen bekam Bertie schließ­lich doch noch eine vir­tu­elle Ohr­feige. Auch wenn er noch nicht so berühmt ist wie ich, mit einem Platz­ver­weis sollte er seine Popu­la­rität nicht vor­an­treiben. #kein­vor­bild“, schrieb ein gewisser Harry Hornet. Er ist das Mas­kott­chen des Liga­kon­kur­renten FC Wat­ford. Beide Klubs treffen am 3. Dezember auf­ein­ander. Ob die Liga für dieses Spiel einen Mas­kott­chen-Auf­passer abstellt, ist nicht bekannt.