Seite 2: “Auf der Spree ankern und eine Kneipe aufmachen„

Damals ging es um etwa 200.000 Euro. Jetzt sollen es knapp 400.000 Euro sein, die Hertha an die Pri­gnitzer Lea­sing-Gesell­schaft zahlt, die das Schiff den Dent­lers vor ein paar Jahren abge­kauft hat. Warum klappt es aus­ge­rechnet jetzt?
Zum einen wurde am Montag das Prä­si­diums des Ver­eins gewählt. Da war es sicher­lich nicht von Nach­teil, den Mit­glie­dern diesen über­ra­schenden Coup zu prä­sen­tieren. Außerdem haben die zwei Prä­si­di­ums­mit­glieder Ingmar Pering und Chris­tian Wolter, die das Schiff nun kaufen, ein Betei­li­gungs­mo­dell ent­wi­ckelt. Sie wollen 1892 Anteile des Schiffs an die Fans ver­kaufen, die sich so ein Stück His­torie sichern und gleich­zeitig zur Finan­zie­rung bei­tragen.

Immerhin wusste man ja spä­tes­tens seit 2002, wo das Schiff steht. Trotzdem wurden die Dent­lers nach eigener Aus­sage nicht unbe­dingt von Hertha-Fans über­rannt. Wie wichtig ist den Fans der Grün­dungs­dampfer denn über­haupt?
Den Fans ist das Schiff schon sehr wichtig, der Dampfer war ja auch immer wieder Thema. Das man schon seit langer Zeit damit fahren konnte, wurde von Ver­eins­seite aller­dings nicht beworben. So kamen zwar ver­ein­zelt Fan­clubs nach Wus­ter­hausen an der Dosse, aber eben nicht genug.

Oder aber die Fal­schen!
Richtig. Vor ein paar Jahren mie­tete eine Gruppe Union-Fans das Schiff und fuhr in Rot-Weiß über den See. Es kam also zu einer Art fried­li­cher Über­nahme. Das dürfte in Zukunft nicht mehr pas­sieren.

Was genau hat die Hertha denn in Zukunft mit der Hertha vor?
Das ist noch völlig offen. Man könnte es auf der Spree fahren lassen, aller­dings gibt es da sehr strenge Vor­gaben und Sicher­heits­be­stim­mungen. Eine andere Idee ist, aus dem Dampfer in der Nähe des Olym­pia­sta­dions ein Museum zu errichten. Die dritte Vari­ante, die mir per­sön­lich am besten gefällt, wäre aus dem Schiff einen Fan­treff zu machen. Es also auf der Spree zu ankern und eine Kneipe auf­zu­ma­chen.