Das ist neu:
Ein biss­chen was in allen Mann­schafts­teilen. Nach einem glück­losen Jahr auf Schalke wech­selte Adam Szalai in den Kraichgau. Mit ihm wird die dritt­beste Offen­sive der Liga weiter auf­ge­wertet. Im Tor soll der Frei­burger Ex-Publi­kums­lieb­ling Oliver Bau­mann dem Hüh­ner­haufen, den Hof­fen­heims Trainer Markus Gisdol scherz­haft Abwehr“ nennt, end­lich Sta­bi­lität ver­leihen. Dar­über hinaus hat man Primin Schwegler aus Frank­furt geholt. Er wird wohl auf der Sechs neben Sebas­tian Rudy spielen und soll aus dem Mit­tel­feld die Fäden ziehen wie ein Chirurg nach einer gelun­genen OP.

Das fehlt:
Ein Beton­mi­scher. 70 Gegen­tore haben die Sla­lom­stangen aus Hof­fen­heims Abwehr­ver­bund letzte Jahr zuge­lassen. Mit den defen­siven Neu­ver­pflich­tungen Bau­mann, Ermin Bicakcic von Ein­tracht Braun­schweig und dem Süd­ko­reaner Jin-Su Kim dürfte es zwar nicht ganz so deftig werden wie im Vor­jahr, aber von einer unüber­wind­baren Wand ist die Ver­tei­di­gung der Kraich­gauer noch weit ent­fernt.

Das fehlt nicht:
Schulden. Eigent­lich sollte die TSG schon längst autark wirt­schaften. Doch auf­grund diverser Alt­lasten nuckelt der Verein weiter an der Brust von Mäzen Dietmar Hopp. Für das ver­gan­gene Geschäfts­jahr soll das Minus im zwei­stel­ligen Mil­lio­nen­be­reich liegen. Diesen Ver­lust muss erneut Hopp, der schon meh­rere hun­dert Mil­lionen Euro in den Klub rein­ge­but­tert hat, aus­glei­chen. Trotzdem gehen die Kraich­gauer munter weiter auf Shop­ping­tour wie eine ver­zo­gene Teen­ager-Göre die Papas Kre­dit­karte sti­bitzt hat. Für Bau­mann, Szalai und Kon­sorten blät­terten die Hof­fen­heimer über 20 Mil­lionen Euro hin. Ein Summe, die mit den Aus­gaben anderer Ver­eine aus der Tabel­len­mitte nicht ver­gleichbar ist. 

Wenn dieser Verein ein Song wäre, dann dieser:
Kein Schwein ruft mich an“ – Max Raabe

Jahr für Jahr nistet sich die TSG im Ver­lauf der Saison im Mit­tel­feld der Tabelle ein. Bei Auf­tritten der Mann­schaft herrscht auf den Rängen unge­fähr so viel Begeis­te­rung wie beim wöchent­li­chen Canasta-Abend im Alten­heim Sins­heim Nord. Kurzum: Die 1899er mögen mitt­ler­weile eine anstän­dige Bun­des­liga-Truppe mit einem hand­festen Plan dahinter haben, den­noch bleibt der Verein ein Kunst­pro­dukt, dass, sorry, dass wir das sagen müssen, ein­fach laaa­anngweilig ist.

Daher passt wohl am Besten diese schmuck­lose aber gleichsam tref­fende Text­zeile:

Keine Sau inter­es­siert sich für mich“

11FREUNDE-Orakel:
Szalai. Volland. Fir­mino. Was Hof­fen­heim offensiv zu bieten hat klingt nach inter­na­tio­nalem Wett­be­werb. Bicakcic. Süle. Ves­ter­gaard. Was Hof­fen­heim defensiv zu bieten hat, klingt nach Abstiegs­kampf. Da wir in Mathe früher immer ganz vorne saßen, wissen wir: Hof­fen­heim landet auf Platz 10.