Klaus Pablo Torgau, Sie stehen als Trainer des SC Eilbek II nur zwei Punkte vor einem Abstiegs­platz in der Kreis­liga 5 Ham­burg. Bisher wurde erst ein ein­ziger Punkt aus den ersten sechs Spielen im Jahr 2013 geholt. Ist der Gang in die Kreis­klasse über­haupt noch abzu­wenden?
Auf­grund unserer indi­vi­du­ellen Qua­lität im Kader glauben wir weiter an den Klas­sen­er­halt. Die Trai­nings­be­tei­li­gung und ‑inten­sität spricht der­zeit für uns. Mit unseren 24 Spie­lern können wir zudem im Sai­son­fi­nale auf einen großen Kader zurück­greifen.

Gegen Top­teams trumpft Ihre Mann­schaft auf, gegen Tabel­len­nach­barn setzt es meist Nie­der­lagen. Warum?
Einer­seits liegt es uns nicht so sehr, das Spiel zu gestalten. Als Underdog können wir befreiter auf­spielen. Wir passen uns seit Jahren immer dem Niveau der Gegner an und spielen auf Augen­höhe mit, wes­halb wir bereits zweimal höher­klas­sige Teams im Pokal schlagen konnten. Gegen schwä­chere Teams ist das aber ein echtes Dilemma.

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Daheim wird auf dem Asche­platz gespielt. Scheut Ihre Elf des­halb viel­leicht knall­harte Zwei­kämpfe?
Kei­nes­wegs! Wir haben einige Spieler, die keine Gnade vor dem eigenen Körper haben und dann auch gerne mal run­ter­gehen. Da haben wir eine gesunde Zwei­kampf­härte ent­wi­ckelt, die all­ge­mein in der Liga gefürchtet, uns aber bei den letzten Spielen abhanden gekommen ist. Daher liegt uns der eigene Hart­platz eher als die Rasen­plätze bei Aus­wärts­spielen.

Die Mann­schaft ist also psy­cho­lo­gisch für den Abstiegs­kampf gerüstet?
Daran wird es nicht schei­tern.

Dem­nächst wird das Team bei der Krab­benpul-WM antreten. Wie können die Trainer im Abstiegs­kampf diesen Termin über­haupt recht­fer­tigen?
Für uns ist das eine tra­di­tio­nelle Ver­an­stal­tung. Schließ­lich darf der Spaß­faktor auch im Abstiegs­kampf nicht zu kurz kommen. Wir sehen das als erwei­terten Mann­schafts­abend.

Können mit dieser Ein­stel­lung denn Spiele gewonnen werden?
Natür­lich! Wäh­rend der Welt­meis­ter­schaft darf sich das Team aus­toben, aber am Spieltag stehen wir dann wieder fokus­siert und nüch­tern vor der nächsten Auf­gabe.

Mit Chris­tian Aschik hat der SC Eilbek seit dem Wochen­ende einen neuen Prä­si­denten. Ist der Prä­si­den­ten­wechsel auch der Erfolg­lo­sig­keit der zweiten Mann­schaft anzu­lasten?
Nein, natür­lich nicht. Zum hun­dert­jäh­rigen Jubi­läum sollte der Füh­rungs­wechsel voll­zogen werden. Wir konnten an der Wahl leider nicht teil­nehmen, da wir auch an diesem Abend auf dem Platz geackert haben.

Seit einigen Wochen arbeitet ihr als Mit­glied unserer Aktion Ein Herz für Absteiger“ mit pro­fes­sio­nellen Ana­ly­se­tools. Wie lief die Zusam­men­ar­beit mit Fuba­ly­tics bisher?
Nach einer kurzen Ein­füh­rung haben wir den Abstiegs­krimi gegen Barmbek II hoch­ge­laden und die ein­zelnen Szenen sta­tis­tisch aus­ge­wertet. Wir fanden es sehr inter­es­sant, die ver­meint­li­chen Fehler dann auch mal mit Zahlen belegen zu können.

Welche System-Fehler konnten schon aus­ge­macht werden?
Mich hat es über­rascht, wie viele Bälle die ein­zelnen Spieler gewonnen oder auch ver­loren haben. Bei einigen Akteuren gab es schon starke Schwan­kungen zwi­schen dem ersten Ein­druck und den nackten Zahlen. Wir würden daher auch außer­halb dieser Aktion mit dem Pro­gramm arbeiten. Ver­bes­se­rungen ver­su­chen wir nun auf dem Trai­nings­platz umzu­setzen.

Hat sich der Zeit­auf­wand für euch dadurch deut­lich erhöht?
Eine gewisse Zeit nimmt das natür­lich schon in Anspruch, aber dessen waren wir uns bewusst. Wir haben etwa drei Stunden für eine Ana­lyse benö­tigt, aber das ist ein annehm­barer Zeit­auf­wand für eine fun­dierte Spiel­tags­vor­be­rei­tung.

Trifft sich die Mann­schaft jetzt jede Woche an der Tak­tik­tafel?
Wir konnten jedem Spieler ziem­lich genau auf­zeigen, wann und wie er sich in einer Situa­tion falsch ver­halten hat. Die Jungs selbst waren vor allem an den Werten gegen­über ihren Mit­spie­lern inter­es­siert. Wir brau­chen zwar nicht jede Woche stun­den­lang vor der Video­schu­lung sitzen, aber uns als Trai­nern gibt es einen guten Über­blick, um uns punk­tuell zu ver­bes­sern.

Am nächsten Sonntag folgt das schwere Spiel gegen Stern­schanze II, die vom ret­tenden Ufer winken. Was muss getan werden, damit sich der 2:1‑Hinspielerfolg wie­der­holt und die Plei­ten­serie beendet wird?
Wir haben Stern­schanze vor dem Duell ges­coutet und ver­sucht Schwä­chen her­aus­zu­ar­beiten. Stern­schanze spielt noch mit Libero, sodass wir uns offensiv viel bewegen und in die Tiefe fallen lassen wollen, um immer wieder Lücken zu reißen. Wenn wir dann noch ihre linke Offen­siv­reihe in den Griff bekommen, bin ich vom Sieg über­zeugt.

Und was hat es eigent­lich mit eurem Schlepphoden-Schlachtruf auf sich?
Ach Gott. Den gibt es jetzt schon seit drei Jahren nach einer durch­zechten Nacht an der Play­sta­tion. Wie so oft, kann eigent­lich nie­mand mehr wie­der­geben, warum uns aus­ge­rechnet Schlepphoden moti­vieren sollen.