Europa Gruppe A: Ser­bien (3.) – Kroa­tien (2.)
Bel­gien (19 Punkte) zieht an der Tabel­len­spitze seine Kreise. Wir lehnen uns aus dem Fenster und pro­gnos­ti­zieren, dass sich de Bruyne, Fel­laini und Co. auch in Schott­land schadlos halten. Der Fokus gilt Ver­folger Kroa­tien (16): Die Mann­schaft von Trainer Igor Stimac hofft noch auf die direkte Qua­li­fi­ka­tion, dafür muss ein Sieg im Pres­ti­ge­duell mit Ser­bien (7) her. Serben sind der zah­len­mäßig größte aus­län­di­sche Bevöl­ke­rungs­teil in Kroa­tien, poli­tisch hat das Spiel ohnehin eine Bewandnis. Im Hin­spiel schlugen sou­ve­räne Gast­geber die ser­bi­sche Aus­wahl des umstrit­tenen Trai­ners Sinisa Miha­jl­ovic mit 2:0. Es werde aller­dings ein ganz anderes Spiel als in Zagreb“, weiß Stimac, der auf die offen­sive Durch­schlags­kraft von Bay­erns Mario Mandzukic setzen wird.

Europa Gruppe C: Deutsch­land (1.) – Öster­reich (2.)
Das ewig junge Nach­bar­schafts­duell, gespeist aus der Schmach von Cor­doba 1978. Wäh­rend Phlipp Lahm im eigenen Wohn­zimmer“ Allianz Arena sein 100. Län­der­spiel begeht, dürften seine Neben­männer in der Abwehr­kette vor­rangig darauf bedacht sein, defensiv sin­niger zu agieren als zuletzt in den Tests gegen Para­guay, Ecuador und die USA. Für Öster­reich, das auf acht Bun­des­liga-Akteure (Alaba, Almer, Arn­au­tovic, Harnik, Fuchs, Özcan, Poga­tetz, Prödl) setzt, geht es um wesent­lich mehr: Die gleich­zeitig auf­ein­an­der­tref­fenden Irland und Schweden trak­tieren die ÖFB-Elf, die ledig­lich auf­grund der bes­seren Tor­dif­fe­renz als Tabel­len­zweiter nach Mün­chen reist.

Europa Gruppe D: Rumä­nien (3.) – Ungarn (2.)
Die Nie­der­lande haben sich an der Spitze der Gruppe D ein­ge­nistet, Ungarn (11 Punkte) und Rumä­nien (10) fechten im direkten Duell die Vor­ent­schei­dung im Rennen um den Play-off-Platz aus. Das Hin­spiel in Buda­pest – mit Bun­des­li­ga­be­tei­li­gung durch Kiraly, Hajnal, Szabics und Szalai – endete 2:2, die Bilanz könnte aus­ge­gli­chener nicht sein: Jeweils zwei Siege stehen zu Buche. Ein Team sollte drei­fach punkten – die Türkei (7) sitzt beiden im Nacken und hat in Andorra ver­gleichs­weise leichtes Spiel.

Europa Gruppe G: Bos­nien und Her­ze­go­wina (1.) – Slo­wakei (3.)
Die Gruppe G wartet mit einer hand­festen Sen­sa­tion auf: Bos­nien und Her­ze­go­wina, seit 1992 sou­ve­räner Staat, könnte sich direkt für Bra­si­lien qua­li­fi­zieren – und damit erst­mals für ein inter­na­tio­nales Tur­nier. Der nächste Schritt für das Team um Edin Dzeko, Emir Spahic und Miralem Pjanic (16 Punkte), dem höchs­tens noch das drei Punkte ent­fernte Grie­chen­land gefähr­lich werden kann, wäre ein Heim­sieg gegen die dritt­plat­zierten Slo­waken (9).

Afrika: Ghana – Sambia und Kamerun – Libyen
Auch die schlep­pende Afrika-Quali steuert auf ihr Finale zu: Zehn Grup­pen­sieger der zweiten Runde (bisher nur Alge­rien, Ägypten und die Elfen­bein­küste) spielen dem­nächst in Play-off-Spielen die WM-Qua­li­fi­kanten aus. Feiert Kevin-Prince Boateng bei den Black Stars“ ein ähn­lich starkes Come­back wie in der Bun­des­liga für Schalke, wird es zu drei Punkten gegen Sambia rei­chen. Volker Finke hatte als Natio­nal­trainer Kame­runs zuletzt Glück: Ein 0:2 gegen Togo wurde dank des Ein­satzes eines gelb-gesperrten Togo­lesen zu einem 3:0. So hofft Finke am Sonntag auf den ersten Sieg auf grünem Rasen statt am grünen Tisch – Kamerun emp­fängt Libyen.

Asien: Jor­da­nien – Usbe­ki­stan
Der Knaller des heu­tigen Abends! Als jewei­lige Grup­pen­dritte ermit­teln Jor­da­nien und das leicht favo­ri­sierte Usbe­ki­stan quasi den Gesamt-Asien-Fünften, der sich für ein End­spiel gegen den Gleich­plat­zierten aus der Süd­ame­rika-Qua­li­fi­ka­tion (mit guten Chancen für Peru, Vene­zuela und Uru­guay, siehe Süd­ame­rika) qua­li­fi­ziert, das unter dem sper­rigen Titel inter­kon­ti­nen­tales Ent­schei­dungs­spiel“ fir­miert.

Nord- und Mit­tel­ame­rika: Costa Rica – USA
Mit einem Aus­wärts­er­folg in San José könnten die USA schon fest für die WM planen. Das Hin­spiel gewann man durch einen Treffer von Clint Dempsey im knö­chel­tiefen Schnee von Denver. Die Costa Ricaner legten auf­grund der irre­gu­lären Bedin­gungen Pro­test ein – ver­geb­lich. Er habe Gott nicht um Schnee gebeten, beteu­erte Trainer Jürgen Klins­mann unter der Woche. Die Ver­gel­tung erleben seine Männer nun bereits bei der Vor­be­rei­tung auf das Spiel: Am Flug­hafen flogen ver­ein­zelt Eier und Belei­di­gungen, die Ame­ri­kaner erhielten keine Trai­nings­bälle. Wir sind da schon einiges gewohnt“, maulte Klins­mann. Es ist schade, weil es ja ›nur‹ um Fuß­ball geht.“

Süd­ame­rika: Peru (7.) – Uru­guay (5.)
Bra­si­lien wartet als WM-Gast­geber ohnehin nur noch auf die Grup­pen­aus­lo­sung, Argen­ti­nien hat spiel­frei und ist fast sicher durch. Dahinter gibt es in Süd­ame­rika aber ein Hauen und Ste­chen um die ver­blei­benden drei festen Plätze und einen Play-off-Rang. In Lima kommt es dabei zum inter­es­san­testen Auf­ein­an­der­treffen: Peru mit Jef­ferson Farfan, Claudio Pizarro und Ex-Bun­des­li­ga­profi Paolo Guer­rero fehlen zwei Punkte auf das erstaun­lich schwache Uru­guay, könnte im direkten Duell also auf Rang 5 vor­bei­ziehen. Ich habe es satt, einen Traum zu hegen, um dann zu sagen, wir haben gut gespielt, wenn wir am Ende wieder mit leeren Händen dastehen“, heizte Claudio Pizarro vor dem Spiel am Samstag ein.