Ob im Sta­dion, in einem Pub oder in irgend­einem Wohn­zimmer im Süd­westen Lon­dons, eines dürfte sicher sein: Tony Mount sah an einem Samstag mit an, wie sein 20-jäh­riger Sohn Mason sowie dessen junge Mann­schafts­kol­legen Fikayo Tomori und Tammy Abraham den FC Chelsea am fünften Spieltag der Pre­mier League zu einem 5:2‑Auswärtserfolg gegen die Wol­ver­hampton Wan­de­rers schossen.

Wer hätte es ahnen können?

Dass sein Sohn eines Tages für die Blues spielen würde, damit hatte Tony Mount nun wirk­lich nicht gerechnet. Vor vier Jahren noch hatte er seinem Sohn Mason zu einem Wechsel geraten. Der schmäch­tige Mit­tel­feld­spieler war näm­lich, ebenso wie Tomori und Abraham, ein Talent aus der Aca­demy des Lon­doner Spit­zen­klubs. Und für Spieler dieser Art blieben die Türen zum Profi-Team an der Stam­ford Bridge in aller Regel ver­schlossen.

Seit John Terry hat sich kein Spieler aus der eigenen Jugend bei den Profis lang­fristig durch­ge­setzt. Welche Chance hast du schon?“, soll Mount Senior seinem damals 15-jäh­rigen Spröss­ling gesagt haben, wie er diesen Sommer in einem Inter­view mit der Sun bestä­tigte.

Seine Zweifel waren begründet.

Keine Geduld für Talent

Als Olig­arch Roman Abra­mo­vich den FC Chelsea 2003 über­nommen hatte, lag John Terrys Durch­bruch bereits knapp drei Jahre zurück. Und das würde eine Sel­ten­heit bleiben.

Mit der finan­zi­ellen Unter­stüt­zung des neuen rus­si­schen Klub­be­sit­zers sollte das zuvor noch so über­sicht­liche Tro­phä­en­ka­bi­nett der Lon­doner näm­lich schnellst­mög­lich gefüllt werden. Im Zen­trum des Vor­ha­bens standen natür­lich eta­blierte Stars mit klang­vollen Namen. In den kom­menden 16 Jahren nahm der Klub laut Trans​fer​markt​.de hierfür knapp zwei Mil­li­arden Euro für Ablö­se­summen in die Hand. Die Aus­beute: 18 Titel – in den 98 Jahren zuvor waren es ins­ge­samt elf.