Im Hin­ter­grund eines Schwarz­weiß­fotos sind Palmen zu sehen. Das Wetter ange­nehm und der Mann, der auf der Veranda hockt, könnte das Leben genießen. Aber wie?! Für ihn ist das nicht das Para­dies. Es ist schreck­lich, es ist die Hölle auf Erden. Apa­thisch starrt der Mann, der Nsala heißt, auf die vor ihm lie­genden Kno­chen. Es sind die Über­reste seiner fünf­jäh­rigen Tochter, die am Vortag erschossen und zer­legt worden sei. 

Leo­polds schweres Erbe

Der Grund für den Tod des kleinen Mäd­chens ist so banal wie per­fide. Sie starb, weil euro­päi­sche Männer mit Kau­tschuk Geld ver­dienen wollten. Bei der sys­te­ma­ti­schen Plün­de­rung des Kongos, ange­führt durch den bel­gi­schen König Leo­pold des II., starben zwi­schen 1888 und 1908 schät­zungs­weise bis zu zehn Mil­lionen Kon­go­lesen. Viele von ihnen wurden zur Abschre­ckung von den erbar­mungs­losen Kolo­nia­listen umge­bracht, wenn die Kau­tschu­kernte nicht den gewünschten Umfang erreicht hatte. Die zehn Jahre des scheuß­li­chen Regi­ments gingen als Kongo­gräuel in die Geschichte ein und bilden eines der dun­kelsten Kapitel der bel­gi­schen Geschichte.

Über 100 Jahre später skan­dieren in überall im Land auf­ge­brachte Demons­tranten Wie­der­gut­ma­chung“ und Leo­pold, Mörder!“. Doch dabei bleibt es nicht. Wäh­rend in einigen bel­gi­schen Städten bei den Demons­tra­tionen gegen Ras­sismus und Poli­zei­ge­walt, anläss­lich des Mordes an George Floyd in den USA, Sta­tuen von Leo­pold den II. mit Farb­beu­teln beworfen werden, sind andere Sta­tuen des ehe­ma­ligen Kolo­ni­al­herren ange­zündet oder sogar kom­plett zer­stört worden.

1.000 Stimmen für Alder­wei­reld

Es ist klar das die Statue von Leo­pold II. nicht wieder hierher zurück­kommen kann“, heißt es in der Ein­lei­tung einer Peti­tion, die von enga­gierten Bür­gern und Fuß­ball­fans ins Leben gerufen wurde. Mit Hilfe von Unter­schriften soll dafür geworben werden, dass in Ekeren, einem Vorort von Ant­werpen, statt eines Abbilds des Gräuel­kö­nigs eine Statue für den bel­gi­schen Natio­nal­spieler Toby Alder­wei­reld errichtet werden. Über 1.000 Men­schen haben bereits unter­zeichnet. Bitte was?