Seite 3: „Das spielt den Bayern mehr in die Karten“

Sie wurden von den Bayern-Füh­rungs­riege wegen Ihrer Aus­sagen zu Robert Lewan­dowski heftig atta­ckiert. Hoeneß nannte sie einen Alles­bes­ser­wisser“.
Ist ja klar, dass die Ver­ant­wort­li­chen ihre Spieler ver­tei­digen. Aber das muss auf eine gewisse Art und Weise pas­sieren. Für per­sön­liche Atta­cken habe ich kein Ver­ständnis.

Man hat das Gefühl, dass die Bayern-Oberen beson­ders emp­find­lich sind, wenn ehe­ma­lige Spieler Kritik äußern.
Ich fühle mich meinem Sender und den Zuschauern gegen­über ver­pflichtet, das zu sagen, was mir auf­fällt – egal ob ich mal für den FC Bayern gespielt habe oder nicht.

Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rum­me­nigge sind die Gesichter des FC Bayern Mün­chen. Beim FC Liver­pool kennt man abseits des Spiel­felds außer Jürgen Klopp nie­manden.
Der Klub hat ame­ri­ka­ni­sche Besitzer. Und die halten sich im Hin­ter­grund und lassen die Leute vor Ort machen – im Unter­schied zu vielen anderen nega­tiven Bei­spielen in der Pre­mier League. Die Fans in Eng­land haben sich an die aus­län­di­schen Eigen­tümer gewöhnt. Das tut ihrer Liebe zum Fuß­ball keinen Abbruch. Sie wollen sehen, dass mit ihrem Verein weiter nach vorne geht und alles dafür gemacht wird.

Beim FC Bayern hat zuletzt die Aus­boo­tung von Hum­mels, Boateng und Müller für Unruhe gesorgt. Auch die Spieler haben Ihren Unmut geäu­ßert. 
Sie haben allen Grund dazu. Sport­lich kann man über Löws Ent­schei­dung dis­ku­tieren, aber der Stil und der Zeit­punkt – das geht nicht. Wenn, dann hätte der Bun­des­trainer im Sommer einen Schnitt machen können.

Im Spiel gegen Wolfs­burg hatte man bei den Betrof­fenen den Ein­druck hatte, dass Löws Ent­schei­dung sogar leis­tungs­stei­gernd wirkte. 
Das hat Jogi Löw sicher nicht des­wegen gemacht – aber ich hatte auch den Ein­druck, dass das ein Neben­ef­fekt ist. 

Beim Hin­spiel in Liver­pool haben sich beide Teams auf hohem Niveau neu­tra­li­siert. Was erwarten Sie am Mitt­woch für ein Spiel? 
Ich glaube, dass es eher wieder ein Tak­tieren als ein Offen­siv­spek­takel geben wird. Und das spielt den Bayern mehr in die Karten. Für sie spricht auch ihre grö­ßere Erfah­rung. Ins­ge­samt sehe ich den FC Bayern Mün­chen im Vor­teil.