Seite 2: War ein besseres Geschäft überhaupt möglich?

Bereits zu Beginn des DFB-Bun­des­tags hatte DFL-Prä­si­dent Rein­hard Rau­ball erklärt: Wir haben nie­manden hin­ters Licht geführt“. Und mahnte dar­aufhin: Es wäre gut gewesen, wenn nicht den Lau­testen und Ran­dalsten das Feld so lange über­lassen worden wäre.“ Gemeint war u.a. Engel­bert Kupka aus Unter­ha­ching, der mit einem aus­führ­li­chen Antrag an die Ethik­kom­mis­sion des DFB auf die Pro­ble­matik des Grund­la­gen­ver­trags auf­merksam gemacht hatte. Nein, die selbst­er­nannten Retter des Ama­teur­fuß­balls“, wie DFB-Vize-Prä­si­dent Rainer Koch es nannte, hätten nicht Recht. Die beiden Ver­bände, also DFB und DFL, seien gar halt­loser Polemik und unrich­tiger Sach­dar­stel­lung“ aus­ge­setzt.

Zum Ver­gleich: Der Bau der pres­ti­ge­träch­tigen DFB-Aka­demie soll 150 Mil­lionen kosten. Da müsste der DFB eigent­lich ein gestei­gertes Inter­esse an der Ein­trei­bung von Summen haben, die ihm laut eigent­li­chem Ver­trags­werk zustehen. Allein mit den von Zeit Online“ berech­neten Zah­lungen durch die DFL ließe sich inner­halb der fünf Ver­trags­jahre ein Groß­teil dieses Jahr­hun­dert­baus finan­zieren. Doch alle 259 Dele­gierten ent­schieden ein­stimmig für den aus­ge­ar­bei­teten Grund­la­gen­ver­trag. Warum?

Osna­brügge: Die Zah­len­spiele sind falsch

Eine Woche später nimmt sich DFB-Schatz­meister Dr. Ste­phan Osna­brügge Zeit für Nach­fragen. Ob der DFB tat­säch­lich auf 26 Mil­lionen Euro ver­zichte? Nein“, sagt Osna­brügge, die in den Medien auf­ge­wor­fenen Zah­len­spiele seien bei­der­seits falsch. Und nein, die Ein­stim­mig­keit auf dem Bun­destag habe ihn auch nicht ver­wun­dert. Auf den vor­an­ge­gangen Regio­nal­kon­fe­renzen hätte der DFB schließ­lich aus­führ­lich Rede und Ant­wort gestanden, alle Zweifel bei­seite geräumt. Ein Bun­destag bietet sich nicht unbe­dingt für kon­tro­verse Dis­kus­sionen an. Dafür ist ein sol­ches Gre­mium ein­fach zu groß. Aber auf jeder ein­zelnen Regio­nal­kon­fe­renz gab es Dis­kus­sionen und Nach­fragen.“ Mit einem ein­deu­tigen Ergebnis: Wir hatten nicht den Ein­druck, dass jemand danach noch dachte, dass der Grund­la­gen­ver­trag ein schlechtes Geschäft für uns sei.“

Besser gesagt: Für den DFB gab es gar kein bes­seres Geschäft.

Schon auf dem Bun­destag wurde gemut­maßt, dass die Fuß­ball-Liga im Vor­feld nicht bereit war, ihren Deckel und damit die Zah­lungen an den DFB anzu­heben. Beim Grund­la­gen­ver­trag haben sich Kauf­leute gegen­über­ge­sessen und gegen­seitig bewertet, wel­chen Wert ihre Leis­tungen haben“, erklärt Schatz­meister Osna­brügge. Ein bes­serer Deal war des­halb also für die Kauf­leute vom DFB nicht mög­lich.