Seite 2: Die Konkurrenz ist zu gut - oder zu jung

Es ist noch nicht lange her, da war auch die Tor­hü­ter­po­si­tion der U 21 erst­klassig besetzt. Nübels Vor­gänger hießen Manuel Neuer, Marc-André ter Stegen, Bernd Leno, Timo Horn und Loris Karius. Die Jungs von damals hatten schon Spiel­praxis in den höchsten Ligen, teil­weise sogar in Europa“, sagt Thom­forde. Natür­lich ist es jetzt ein biss­chen schwie­riger.“ Wie soll er Nübel bewerten, wenn der nie spielt? Wir sind sehr eng in Kon­takt mit Schalke“, ant­wortet Thom­forde. Statt zu Spielen der Schalker fährt er jetzt eben zu deren Trai­nings­ein­heiten.

Zweiter Tor­hüter bei Schalke, das sei ja auch schon was, findet Thom­forde, aber Nübels Vor­gänger hatten in seinem Alter eben schon einen Stamm­platz in der Bun­des­liga. Ter Stegen, Leno und Horn waren extrem jung, als sie bei den Profis debü­tierten; jung sind sie auch jetzt noch. Das ist die Crux, unter der Nübels Genera­tion gerade zu leiden hat – der Fluch der guten Tat gewis­ser­maßen. Du kannst die jungen Tor­hüter nicht durch die noch jün­geren ersetzen“, sagt Thom­forde. Das ist das Pro­blem.“

Die Kon­kur­renz ist zu gut – oder zu jung

Hinzu komme, dass viele Bun­des­li­gisten auf aus­län­di­sche Natio­nal­tor­hüter setzten, anstatt dem eigenen Nach­wuchs eine Chance zu geben, klagt Thom­forde. In der höchsten Klasse der selbst­er­nannten Tor­hü­ter­na­tion Deutsch­land sind nur zehn der acht­zehn Stamm­keeper Deut­sche. Die anderen sind Natio­nal­tor­hüter aus der Schweiz (Sommer, Bürki, Hitz), aus Finn­land (Hra­decky), Bel­gien (Cas­teels), Nor­wegen (Jar­stein), Ungarn (Gulasci) und Tsche­chien (Pav­lenka).

Wir haben einen grö­ßeren Pool an Tor­hü­tern, den wir beob­achten“, sagt Thom­forde. Von denen darf sich Alex­ander Nübel aktuell als Nummer eins fühlen, nachdem er in beiden EM-Qua­li­fi­ka­ti­ons­spielen der U 21 im Tor gestanden hat. Ein gutes Selbst­ver­trauen beschei­nigt ihm Thom­forde, dazu sei er sicher mit dem Ball am Fuß“. Die kurz­fris­tige Per­spek­tive auf mehr Spiel­praxis im Verein aber hat Nübel erst einmal nicht. Ralf Fähr­mann ist 29, er kommt also eigent­lich erst jetzt ins beste Tor­hüter alter – und ist bei Schalke seit dieser Saison sogar Kapitän. Selbst Nübel sagt, er kenne keinen, der besser sei als Fähr­mann. Ralf macht es sehr gut“, sagt er. Das ist das Pro­blem.“