Fünf Wodkas
Keiner.

Vier Wodkas
Manuel Neuer
Erin­nert sich noch jemand an die Debatten vor dem Tur­nier? Geht das? Darf das? Kann das? Einen Tor­hüter zur Nummer eins machen, der acht Monate nicht gespielt hat? Es ging! Das ver­meint­lich größte Pro­blem im Kader des Welt­meis­ters stellte sich als das geringste heraus. Die Frage, ob in Russ­land der beste Manuel Neuer zu sehen war, wird man zwar seriös nicht beant­worten können. Er war aber in jedem Fall gut genug, um positiv her­aus­zu­ste­chen. Zur Über­hö­hung seiner Leis­tung besteht trotzdem kein Anlass, da der 32-Jäh­rige gar nicht so umfas­send geprüft wurde, wie es der letzte Tabel­len­platz ver­muten lässt. Neuer bewahrte sein Team gegen Schweden kurz vor der Pause vor dem vor­ent­schei­denden 0:2 – und hielt damit für wei­tere vier Tage die Illu­sion am Leben, dass der Titel­ver­tei­diger noch was reißen kann. Dass er dem Land nur eine trü­ge­ri­sche Hoff­nung schenkte, kann man ihm nun wirk­lich nicht vor­werfen.

Julian Brandt
Für Bun­des­trainer Joa­chim Löw ist bei der WM wenig richtig gut gelaufen. Immerhin fällt die Kritik, dass er Leroy Sané zu Hause gelassen hat, nicht annä­hernd so heftig aus, wie man hätte ver­muten können. Das hat Löw vor allem dem Lever­ku­sener Brandt zu ver­danken, der genau das spielte, was wohl auch Sané hätte spielen können. Brandt wurde dreimal spät ein­ge­wech­selt, brachte dreimal neuen Schwung und traf zweimal den Pfosten. Dass jemand, der 22 Minuten (plus Nach­spiel­zeit) auf dem Platz stand, bester deut­scher Feld­spieler war, sagt alles.

Sebas­tian Rudy
Wenn Rudy Anfang Juni beim finalen Cut aus dem deut­schen Kader geflogen wäre, hätte das wohl kaum jemanden erregt. Seine Ein­satz­chancen bei der WM wurden von inter­na­tio­nalen Rating­agen­turen mit minus eins bewertet; dass er im Spiel gegen Schweden dann in der Startelf auf­tauchte, war ent­spre­chend eine mit­tel­schwere Über­ra­schung. Hielt den Laden zusammen, weil er sich auf die ein­fa­chen Dinge beschränkte. Kaum war Rudy vom Platz, weil seine Nase in Trüm­mern lag, fiel das 0:1. Zufall war das nicht.

Mats Hum­mels
Wenn man sich in ein paar Jahren an Russ­land 18 erin­nert, werden einem viel­leicht die war­nenden Worte von Mats Hum­mels nach dem Auf­takt­spiel gegen Mexiko ein­fallen, die in der all­ge­meinen Hys­terie als unbot­mä­ßige Kritik an der Mann­schaft auf­ge­fasst wurden. Es wäre unfair, die Per­for­mance des Münch­ners auf seine rhe­to­ri­schen Leis­tungen zu redu­zieren. Gegen Süd­korea räumte er hinten alles ab und hatte vorne die besten Chancen. Dass Hum­mels bei diesem Tur­nier wenigs­tens einmal eine ganz starke Leis­tung auf den Platz brachte, unter­scheidet ihn von den meisten anderen deut­schen Spie­lern.