Seite 2: Der legendäre Sommer 2009

Mit schein­barer Leich­tig­keit schüt­telte er dann Pässe wie diesen aus dem Fuß­ge­lenk:

Die Wörter Xavi’ and Pass’ gehören zusammen wie Joanie’ und Chachi’, Mann’ und bedauern’ oder Tiki’ und Taka’“, schrieb der Guar­dian über diesen Pass gegen Malaga. Ein Pass, der nicht in den Sta­ti­sik­bü­chern auf­taucht. Eine Vor­lage für den Tor­vor­la­gen­geber. 

In der Spiel­zeit 2008/09 gelang Xavi alles. Sieben Vor­lagen gab Xavi in der Cham­pions-League, 22 in der Liga. Weder Dani Alves noch Lionel Messi, die im welt­weiten Assist-Ran­king vor Xavi stehen, kamen je auf einen bes­seren Sai­son­wert.

Dann dieser sagen­hafte Sieg im Ber­nabeu am 2. Mai 2009. Real Madrid wollte sich auf einen Punkt an Bar­ce­lona her­an­kämpfen – und wurde mit 6:2 aus­ein­an­der­ge­nommen. Xavi berei­tete vier Treffer vor. Nach dem Spiel sagte er: Wir wollten gar nicht mehr auf­hören.“ Die Kata­lanen wurden mit neun Punkten Vor­sprung Meister. Wenige Tage später gewann Barca gegen Man­chester United im Cham­pions-League-Finale. Xavi legte Messis Tor zum 2:0‑Endstand auf.

Trotzdem wurde er 2009 nicht Welt­fuß­baller, son­dern Dritter. Wie auch 2010 und 2011. Aber das war, so nahm man an, in Ord­nung für Xavi. Schließ­lich gewann diesen Titel in allen drei Jahren sein Mit­spieler Lionel Messi. Der Nutz­nießer der Xavi­mo­mente.

Xavi gewinnt sogar im Lotto

Man hätte gedacht, dass Xavi immer bei Barca bleibt. Nach seiner Kar­riere würde er irgend­wann Trainer im Jugend­be­reich werden. Dann viel­leicht Co-Trainer oder Trainer der ersten Mann­schaft. Sport­di­rektor, Prä­si­dent, Legende, er hätte alles werden können. Er hätte alles sein können. 

Natür­lich hatte er längst aus­ge­sorgt. Für sich, seine Familie und seine Urur­ur­ur­enkel. 7,5 Mil­lionen Euro soll er bei Bar­ce­lona pro Jahr ver­dient haben. Aber wie das so ist mit Pro­fi­fuß­bal­lern: Es reicht nie. Also Katar, Al-Sadd Sport Club, bei dem auch schon Ali Daei, Viktor Ikpeba und Raul gespie…, abkas­siert haben. Hier soll er in drei Jahren noch mal 30 Mil­lionen Euro bekommen haben. Mitt­ler­weile ist Xavi Trainer beim Klub.

Es scheint, als sei er gekommen, um zu bleiben. Denn nicht nur er liebt das Land, son­dern das Land auch ihn. Die Scheichs hofieren ihn, die Banken umarmen ihn. 2017 gewann er, potz­blitz, 270.000 Euro bei der Lot­terie seiner Haus­bank. Das Geld ist eine uner­war­tete, aber will­kom­mene Über­ra­schung“, sagte Xavi. Die Bank ver­öf­fent­lichte dar­aufhin ein Foto, auf dem der Spieler einen Scheck ent­ge­gen­nahm und zitiert ihn, dass er die Bank sehr emp­fehle und sehr glück­lich sei, seine Erspar­nisse dort inves­tiert zu haben.

Anfang Januar kon­tak­tierte ihn sein alter Verein, um ihn als Nach­folger von Ernesto Val­verde zu ver­pflichten. Xavi sagte aber ab. Es sei ein Traum, den FC Bar­ce­lona zu trai­nieren, aber das Angebot käme zu früh. Ein paar Mil­lionen muss er schließ­lich noch im letzten Para­dies dieser Welt ver­dienen:

Ich glaube, dass das System in Katar besser funk­tio­niert als in Spa­nien. Es ist alles sicher hier. Wir haben keine Haus­tür­schlüssel und können das Auto ein­fach laufen lassen. Meine Frau Nuria sagt, dass, wenn wir hier bleiben, es sogar besser für unsere Kinder ist.“