Nach der Corona-Pause und den damit ver­bun­denen wirt­schaft­li­chen Ein­bußen gab es die leise Hoff­nung, dass es in diesem Sommer auf dem Trans­fer­markt etwas ruhiger zugehen würde. Und Tat­sache: Es gab keine Trans­fers ober­halb der 100-Mil­lionen-Euro-Grenze. Aber wirk­lich lang­samer drehte sich das Transfer-Karus­sell trotzdem nicht. Als Bei­spiel sei hier der FC Chelsea genannt, der allein 80 Mil­lionen für Kai Havertz auf den Tisch legte. Timo Werner, Hakiem Ziyech, Ben Chil­well und Edouard Mendy muten da schon fast als Schnäpp­chen an.

Pro­vi­si­ons­meister Jorge Mendes

Alles andere als ein Schnäpp­chen war der Transfer des 18-jähirgen Sturm­ta­lents Fabio Silva vom FC Porto. Der Teen­ager wech­selte im Sep­tember für 40 Mil­lionen Euro zu den Wol­ver­hampton Wan­de­rers. Ein Viertel der Summe strich dessen Berater Jorge Mendes als Pro­vi­sion ein. Dafür musste sich der klamme FC Porto, der in Por­tugal an der Börse gelistet ist, Kritik gefallen lassen. Warum zahlt der Verein so viel Pro­vi­sion, wenn er das Geld doch an anderer Stelle brau­chen könnte? Diese Pro­vi­sion ist für Mendes aller­dings nichts Unge­wöhn­li­ches. Bereits im ver­gan­genen Jahr fädelte er den Deal von João Felix zu Atle­tico Madrid ein. Die Ablö­se­summe belief sich auf 126 Mil­lionen Euro. Die Pro­vi­sion: mehr als 31 Mil­lionen Euro.

Fabio Silva war nicht der ein­zige Spieler, der von Jorge Mendes betreut wird und der in diesem Sommer den Verein gewech­selt hat. Ruben Dias wech­selte für 68 Mil­lionen Euro eben­falls in die Pre­mier League zu Man­chester City. Die frei­ge­wor­dene Stelle besetzte Ben­fica Lis­sabon mit Nicolas Ota­mendi neu. Der Argen­ti­nier wird eben­falls von Mendez ver­treten.

Mendes ver­han­delt mit Mendes ver­han­delt mit Mendes

Spricht man vom Spie­leragenten Jorge Mendes, darf man den Transfer von Matt Doh­erty nicht uner­wähnt lassen, der das Netz­werk des Spie­ler­be­ra­ters so beein­dru­ckend wie erschre­ckend auf­deckt. Sogar die New York Times hatte aus­führ­lich über die Machen­schaften des Deals berichtet. Der iri­sche Ver­tei­diger wech­selte für 16,8 Mil­lionen Euro von Wol­ver­hampton zu den Tot­tenham Hot­spur. Soweit eigent­lich nichts Beson­deres. Doch betrachtet man die han­delnden Per­sonen genauer, fällt auf, dass man eigent­lich nicht von Per­sonen in der Mehr­zahl spre­chen muss. Denn Jorge Mendes war bei diesem Transfer omni­prä­sent. Mendes’ Berater-Firma, Gesti­fute, betreut sowohl den Spieler selbst als auch den Manager von Tot­tenham, Jose Mour­inho, sowie den Manager der Wolves, Nuno Espi­rito Santo. Zudem ist der Besitzer der Wol­ver­hampton Wan­de­rers die chi­ne­si­sche Firma Fosun Inter­na­tional, die eben­falls Anteils­eigner an Gesti­fute ist. Die Wege sind also denkbar kurz. Es über­rascht somit wenig, dass der Kader von Wol­ver­hampton gespickt mit por­tu­gie­si­schen Spie­lern ist, von denen sieben von Gesti­fute beraten werden. Einer von ihnen ist der Neu­ein­kauf Nelson Semedo, der als Ersatz für den abge­wan­derten Doh­erty vom FC Bar­ce­lona ver­pflichtet wurde.