Seite 2: Wiederauferstehung in neuer Rolle

Vier Tage bevor Xhakas Berater mit dem Wech­sel­wunsch an die Öffent­lich­keit geht, stellt der FC Arsenal seinen ehe­ma­ligen Profi Mikel Arteta als Nach­folger von Unai Emery vor. Sofort setzt er sich mit Xhaka zusammen. Als er zu diesem Klub kam, haben wir uns getroffen und da habe ich mich sehr, sehr gut gefühlt. Es ist immer gut, wenn der Trainer dich beschützt und offen mit den Spie­lern redet. Wir haben lange gespro­chen, er war sehr offen zu mir und ich war sehr offen zu ihm“, erin­nert sich Xhaka knapp drei Monate später in einem Inter­view auf der Ver­eins­web­site.

Auch Arteta gibt auf einer Pres­se­kon­fe­renz Ein­blicke in das Gespräch: Ich wollte, dass er meine Mei­nung über ihn kennt. Dass ich bereit war, ihn zu unter­stützen und bereit, den Verein zu pushen, um ihn zu unter­stützen. Denn ich denke, dass er ein sehr, sehr guter Spieler für uns sein kann und er es wieder genießen könnte, hier Fuß­ball zu spielen.“

Weniger Druck, weniger Fehler

Doch nicht nur mit Worten stärkt Arse­nals neuer Trainer Xhaka den Rücken. Auch auf dem Platz hilft er ihm, indem er seine Rolle im Spiel der Gun­ners ver­än­dert hat. Anders als unter Emery, wo ihn seine man­gelnde Mobi­lität und Schnel­lig­keit auf der Acht oder der Sechs immer wieder in die Bre­douille brachten, schafft es Arteta, Xhakas Stärken her­vor­zu­bringen und seine Schwä­chen zu kaschieren.

Zwar spielt er nomi­nell noch im zen­tralen Mit­tel­feld, doch sobald Arsenal in Ball­be­sitz gerät, lässt sich Xhaka als linker Innen­ver­tei­diger fallen. Aus der Vie­rer­kette wird eine Drei­er­kette. Durch den gleich­zeitig vor­an­stür­menden Außen­ver­tei­diger, der den geg­ne­ri­schen Flü­gel­spieler bindet, wird Xhaka viel weniger gepresst und hat dadurch mehr Zeit, das Offen­siv­spiel gezielt und feh­ler­freier mit seinen Päs­senzu gestalten. In der Rück­wärts­be­we­gung wird er zudem durch die deut­lich ver­bes­serte gesamt­mann­schaft­liche Defen­siv­ar­beit ent­lastet.

Ich mag alles an ihm“

Mikel Arteta über Granit Xhaka

An Neu­jahr gelingt den Gun­ners mit dem 2:0 über Man­chester United der ersten Sieg der neuen Ära. Im Mit­tel­punkt der über­zeu­genden Leis­tung: Ein über­ra­gender Xhaka, der sich mit 93 Pro­zent Pass­ge­nau­ig­keit (bei langen Bällen und Pässen ins Angriffs­drittel sind es sogar 100 Pro­zent) und neun Bal­ler­obe­rungen die Aus­zeich­nung zum Spieler des Spiels und lobende Worte des Trai­ners ver­dient.

Nach der Partie sagt Arteta: Ich mag alles an ihm. Sein Com­mit­ment, wie er ist, wie er lebt, seine Pro­fes­sio­na­lität, wie er trai­niert. Wie fokus­siert er ist, wenn ich mit ihm rede, wie er zuhört und bereit ist, zu lernen. Er ist ein fan­tas­ti­scher Fuß­baller. Die Art und Weise, wie wir spielen, da gibt es nicht viele, mit seiner Qua­lität am Ball, wie er Pässe eli­mi­niert und sein Pass­ra­dius. Ich bin begeis­tert, ihn zu haben.“