Seite 2: „Der Fußball ist ein Druckgeschäft“

Trainer Lucien Favre wird oft auf­grund seiner scheinbar ener­gie­losen Kör­per­sprache kri­ti­siert. Man könnte auch sagen: Er ruht in sich. Wie bewerten Sie das als Aura­chir­urgin?
Ich würde das unab­hängig davon bewerten. Lucien Favre war mit seiner Art ja oft erfolg­reich, oder?

Meist für zwei bis drei Jahre, dann kam es sowohl in Berlin als auch Mön­chen­glad­bach zu Nega­tiv­se­rien.
Aber mit einem sol­chen Trainer, der so viel Erfah­rung hat, kann man toll arbeiten. Ich würde ihn ein­fach fragen, was es braucht, damit es zum Erfolg kommt. Und ich glaube nicht, dass sich etwas ändert, wenn Favre die Sei­ten­linie hoch- und run­ter­hüpft.

Son­dern?
Das kann alles sein. Mehr Taktik, mehr Defen­sive, mehr Trai­ning. Was der Schlüssel ist, muss in der Arbeit mit dem Körper her­aus­ge­funden werden. Viel­leicht sagt sein Körper: Lucien, du musst dir ein gelbes Hemd anziehen. Das klingt seltsam, aber es kommt vor, dass der Körper eines Kli­enten uns zu ver­stehen gibt, dass die Klei­dung geän­dert werden muss. Gelb statt Grau. Das kann ganz viel aus­ma­chen. Manchmal ist es trotzdem nur die Taktik.

Es heißt, Aura­chir­urgen glauben, dass Zellen die Erfah­rungen unserer Vor­fahren gespei­chert haben…
… das sagt Ger­hard Klüngler. Der macht eine biss­chen andere Aura­chir­urgie als ich. Der hat ein Skal­pell, der bildet nur Medi­ziner aus und dann schneiden die in der Luft die Niere aus der Aura raus. Das hat auch seinen Wert. Aber ich mache etwas ganz anderes.

Achso.
Das ist so, als würden sie zwei Life-Coa­ches mit­ein­ander ver­glei­chen. (Über­legt.) Was war gleich die Frage?

Die Frage wäre gewesen, ob der BVB bei der Aus­wahl der Spieler häu­figer auf Ahnen­for­schung setzen sollte, um bes­sere Chancen auf die Deut­sche Meis­ter­schaft zu haben.
In meiner Welt ist es so, dass die Zellen Infor­ma­tionen spei­chern, aber weniger, was die Ahnen gemacht haben. Das kann auch vor­kommen. Häu­figer finde ich kleine Trau­mata in den Zellen.

Was sind das für Trau­mata?
Ich habe einmal von diesem por­tu­gie­si­schen Profi gelesen, Ricardo Qua­resma, der zu Beginn seiner Kar­riere aus­ge­raubt wurde. Er hat gesagt, mitt­ler­weile sei alles gut. Aber es ist oft so, dass ein sol­ches Erlebnis in den Zellen drin­hängt. Das kann man raus­ar­beiten, klar. Aber ein Teil bleibt immer in den Zellen. Und wenn ein sol­ches Erlebnis immer noch in den Zellen und im Ener­gie­feld steckt, ver­hin­dert das eine richtig gute Kar­riere.

Und lässt sich das Ener­gie­feld denn bear­beiten, wenn man davon weiß?
Klar, das ist Quan­ten­physik.

Da fehlt mir die Exper­tise. Wie funk­tio­niert das?
Häufig mit Kine­sio­logie. Da gibt es einen Mus­kel­test, ich frage nach Erfah­rungen und Erleb­nissen und helfe dann. Zum Bei­spiel bei Knie­be­schwerden.

Die Kine­sio­logie gilt als nicht aner­kannte Behand­lungs­me­thode, für die es keine gesi­cherten wis­sen­schaft­li­chen Belege gibt. Wie soll das helfen?
Ich stelle Ja/Nein-Fragen, ganz normal, und kann dann die Ener­giet­rau­mata in den Zellen ablösen. Dazu machen wir ganz ein­fache Ener­gie­übungen. Oder man klopft die Erin­ne­rungen ein­fach raus. Und den Effekt sieht man sowohl bei kör­per­li­chen Pro­blemen als auch im Busi­ness.

Busi­ness­pro­bleme haben die meisten Fuß­baller ja meist erst nach der Kar­riere.
Das lässt sich aber über­tragen. Denn der Fuß­ball ist ein Druck­ge­schäft. Und da ist es wichtig, dass ein Spieler, wenn er sich denn darauf ein­lässt, bereit ist, seine Mei­nung zu sagen. Hinter dem zu stehen, was er macht. Wenn dieser Druck abfällt, dann läuft es. Das sagen ja selbst die Spieler von Schalke 04: Im Trai­ning läuft’s.