Was für für Marco Reus RW Ahlen, für Leon Goretzka der VfL Bochum und für Ilkay Gün­dogan der 1. FC Nürn­berg war, war für den Eng­länder Harry Kane Leyton Orient – der Beginn einer Reise. 2011 ver­lieh Tot­tenham Hot­spurs seinen damals 17-jäh­rigen und heu­tigen Welt­klasse-Stürmer in die Dritte Liga, um ihm die ersten Schritte ins Pro­fi­leben zu ermög­li­chen. Aus dem Norden Lon­dons ging es für sechs Monate ein paar Meilen Rich­tung Osten, wo Kane in 18 Spielen fünf Mal für Leyton traf.

Mitt­ler­weile ist Harry Kane einer der besten Stürmer der Welt. Wo er seine ersten Hütten gemacht hat, hat er aber nicht ver­gessen. Zur neuen Saison wird er daher Trikot-Sponsor seines Ex-Klubs. So wird auf den roten Heim-Jer­seys Thank You Front­line Heroes“ („Danke an die Helden in vor­derster Front“) stehen und damit all jenen gedankt, die in der Coro­na­krise im Gesund­heits­sektor arbeiten. Auf dem Aus­wärts- und dem Aus­weich­trikot soll der Name zweier Cha­rity-Orga­ni­sa­tionen stehen: Der des Kin­der­hospiz Haven House“ und Mind“, eine Gesund­heits­or­ga­ni­sa­tion für psy­chisch Kranke.

Kane kauft hierzu laut Mirror den freien Platz auf der Tri­kot­brust für 125.000 Pfund und stellt sie den Wohl­tä­tig­keits­or­ga­ni­sa­tionen zur Ver­fü­gung. Von jedem Tri­kot­ver­kauf gehen dar­über hinaus 10 Pro­zent an die Orga­ni­sa­tionen.

Ein­zig­ar­tiges Spon­so­ring

Es ist schön, dem Klub etwas zurück­zu­geben, bei dem meine Reise begann“, schreibt Kane über Insta­gram. Nebenbei ist es natür­lich schlicht eine gute Sache.

Bei Leyton Orient zeigt man sich begeis­tert. Was als ein­fache Idee anfing, ist ein ein­zig­ar­tiges und emo­tio­nales Spon­so­ring geworden“, sagt Leyton-Geschäfts­führer Danny Macklin, der von beängs­ti­genden Zeiten“ spricht und mit dem neuen Trikot aber­mals allen danken möchte, die dieser Tage etwa in Kran­ken­häu­sern arbeiten.

Bereits im April hatte der Verein Mit­ar­bei­tern aus dem Gesund­heits­sektor Tickets für die nächste Saison zuge­si­chert.

Wann wird wieder Fuß­ball gespielt?

Der Fuß­ball in Eng­land steht seit dem 10. März still. Der­zeit ist nicht sicher, ob in irgend­einer Liga im Land in dieser Saison noch gespielt werden kann. Im Ama­teur­fuß­ball sind bereits alle Runden abge­sagt und annul­liert worden. Kleine Klubs unter­halb der Pre­mier League treibt der­zeit die Angst um, die FA könnte ähn­lich Ent­schlüsse für die EFL fällen.

Zunächst einmal wurde den unter­klas­sigen Teams ein Ret­tungs­paket über 50 Mil­lionen Pfund zuge­si­chert, das Geld soll zur Über­brü­ckung der Krise ver­helfen. Die aus­blei­benden Ein­nahmen, vor allem durch den Ticket­ver­kauf, treffen klei­nere Klubs hart. 

Den­noch sieht Macklin keine Gefahr, dass der Verein in eine Insol­venz schlid­dern wird. Auch dann nicht, wenn die Saison abge­bro­chen werden sollte. Für uns ist klar, wir würden diese Saison weder auf noch absteigen. Für andere Klubs kann das deut­lich teurer werden.“

Leyton Orient steht in League Two, der vierten eng­li­schen Liga, im unteren Drittel der Tabelle, sind Stand jetzt bei noch acht aus­ste­henden Spielen aber sicher über dem Strich gestrandet. Harry Kanes Hilfs­gelder kann der Verein den­noch sehr gut gebrau­chen. Und für feine Gesten ist sowieso immer Zeit.