Seite 3: Berlin war so nah!

Dann gingen wir zum Auto, und kurze Zeit später fuhren wir nach Hause. Wäh­rend der Auto­fahrt sagte mein Freund Dominik kein Wort. Irgendwie tat er mir leid. Aber wer konnte auch ahnen, dass die Bayern gegen das 1500-Ein­wohner Kaff Ves­ten­bergs­greuth aus­scheiden würden? Kurze Zeit später gab es im Fan­shop des TSV, den von Martin Bauer kre­denzten 1:0‑Tee“ zu erstehen. Er war in kür­zester Zeit aus­ver­kauft.

Die Greu­ther sollten erst im DFB-Ach­tel­fi­nale aus­scheiden, nachdem sie in der zweiten Runde gegen den FC Hom­burg mit einem 5:1‑Kantersieg wei­ter­ge­kommen waren. Doch im Elf­me­ter­schießen gegen den Zweit­li­gisten und spä­teren Fina­listen VfL Wolfs­burg war dann Schluss. In diesem Spiel sah ich den lächer­lichsten Elf­meter, den ich jemals im Sta­dion erleben sollte. TSV-Kapitän Harald Ebner war der Schütze. Beim Stand von 3:3 nahm er zwanzig Meter Anlauf, spur­tete zum Ball, doch anstatt einen harten Schuss abzu­feuern, wie es sein Anlauf ver­mutet hätte, chipte er den Ball in die Mitte des Tores. Wolfs­burg Keeper Uwe Zim­mer­mann blieb stehen und fischte den Ball mit einem Grinsen her­unter. Ich hätte Harald Ebner am liebsten erwürgt. Das Vier­tel­fi­nale war so nah gewesen, doch als der nächste TSV-Spieler Ernst seinen Elf­meter neben das Tor schoss, war der Traum von Berlin end­gültig vorbei.

Für immer Bayern-Besieger

Jahre später kam es zur Fusion mit der SpVgg Fürth. Kräu­ter­mäze Martin Bauer gab das Geld, die SpVgg ihr Gelände rund um den Für­ther Ronhof, und als Ver­eins­name einigte man sich auf SpVgg Greu­ther Fürth, seit dem Auf­stieg 1997 fester Bestand­teil in der 2. Bun­des­liga.

Das Sta­dion am Schwal­ben­berg wird heute wieder genutzt, in der Kreis­klasse 2 Erlangen/​Pegnitzgrund, vom neuen und alten TSV Ves­ten­bergs­greuth, der nach der Fusion erneut in der untersten Spiel­klasse beginnen musste. Die große Fuß­ball­bühne ist aus dem mit­tel­frän­ki­schen Ort zwar ver­schwunden, aber eines bleibt auf ewig im Gedächtnis der Men­schen erhalten; die Welt­klasse-Elf der Bayern geschlagen zu haben durch das Tor eines ört­li­chen Land­wirts.