Rumä­nien sei kein leichter Gegner, warnte Bra­si­liens Natio­nal­trainer Mano Menezes vor dem bevor­ste­henden Freund­schafts­spiel am heu­tigen Dienstag. Wirk­lich inter­es­siert hat diese Aus­sage nie­mand in Bra­si­lien, denn mit dem Gegner der Seleção beschäf­tigt sich momentan kein Mensch. Im Fokus der Öffent­lich­keit steht seit Tagen o Fenô­meno“, der gegen Rumä­nien ein letztes Mal über den grünen Rasen läuft.

In 104 Spielen erzielte der Aus­nah­me­stürmer 67 Tore für Bra­si­lien– ein wei­teres soll beim Abschieds­spiel folgen. Wer den kor­pu­lenten Ronaldo, dessen Wohl­stands­bäu­chen täg­lich zu wachsen scheint, betrachtet, zwei­felt eher daran, ob der eins­tige Welt­fuß­baller über­haupt eine Halb­zeit durch­halten wird. Das dachten sich wohl auch die Ver­ant­wort­li­chen des bra­si­lia­ni­schen Fuß­ball­ver­bandes CBF und redu­zierten die Spiel­zeit des 34-Jäh­rigen mal eben auf eine Vier­tel­stunde vor der ersten Halb­zeit. Und der krö­nende Treffer zum Abschluss? Für den wollen seine Mann­schafts­kol­legen sorgen: Ronaldo sagt, er trai­niere seit zwei Wochen. Davon sehe ich nichts. Aber keine Sorge, wir laufen für ihn mit“, scherzte Tor­hüter Victor nach dem Trai­ning der Kana­ri­en­vögel, an dem Ronaldo ehren­halber teil­nehmen durfte. Auf die ent­schei­dende Frage, wie er sich denn den letzten Treffer seiner bei­spiel­losen Kar­riere vor­stelle, ant­wor­tete Ronaldo gelassen: Ich habe meine Mit­spieler gebeten, ein biss­chen öfter im Straf­raum zu stol­pern. Und dann ver­senke ich den fäl­ligen Elf­meter“.

Neymar gilt als Nach­folger

Alle lieben ihn, alle respek­tieren seine außer­ge­wöhn­li­chen Leis­tungen für Bra­si­lien. Bei der Ver­ab­schie­dung eines der größten Spieler in der Geschichte des Fuß­ball­sports teil­nehmen zu dürfen, erfüllt mich mit Stolz“, so Inter Mai­land-Ver­tei­diger Maicon vor der Partie im Estádio Pacaembu in São Paulo. Ronaldo selbst genießt den Rummel um seine Person, erzielte beim Abschluss­trai­ning mal eben zwei Treffer und hat bereits einen Nach­folger im Sinn. Neymar ist ein Rie­sen­ta­lent und besitzt alle Fähig­keiten, um in näherer Zukunft ein abso­luter Welt­klas­se­spieler zu sein“. 

Nur eine Person scheint die Auf­re­gung um den großen Ronaldo eis­kalt zu lassen. So appel­lierte der argen­ti­ni­sche Schieds­richter Sergio Pez­zota im Vor­feld an die Pro­fes­sio­na­lität aller Betei­ligten: Ich bin auf dem Höhe­punkt meiner Kar­riere und kann mit dieser Situa­tion sehr gut umgehen. Es soll ein gebüh­render Abschied werden, aber keine Zir­kus­ver­an­stal­tung. Wir alle müssen wie Profis auf­treten“.


Die Kar­riere des Welt­fuß­bal­lers Ronaldo in Bil­dern gibt es hier »