Bevor am Diens­tag­abend im Anfield der FC Liver­pool mit einem spek­ta­ku­lären Halb­fi­nal­spiel für das bis dato fuß­bal­le­ri­sche High­light der Saison sorgte, fand wenige Stunden zuvor ein für den euro­päi­schen Fuß­ball rich­tungs­wei­sendes Treffen in Madrid statt.

Aus­ge­rechnet in der Heimat der König­li­chen, die in dieser Euro­pa­pokal-Woche nicht einmal eine Neben­rolle spielen durften, trafen sich Ver­ant­wort­liche der UEFA mit denen der EPFL“, ein Zusam­men­schluss von 36 euro­päi­schen Pro­fi­ligen. Und die dort von UEFA-Prä­si­dent Alek­sander Ceferin vor­ge­stellte Vision für den euro­päi­schen Fuß­ball würde bedeuten, dass wir Real Madrid in Zukunft wohl nie wieder als Rand­er­schei­nung im wich­tigsten Klub-Wett­be­werb der Welt erleben würden. Doch der Reihe nach.

Das neue Kon­zept für die Cham­pions League

Das in enger Koope­ra­tion mit Europas Top-Clubs aus­ge­ar­bei­tete Kon­zept sieht vor, dass ab 2024 der euro­päi­sche Wett­be­werb grund­le­gend ver­än­dert wird: Es sollen drei auf­ein­ander auf­bau­ende euro­päi­sche Ligen mit Auf- und Abstiegen instal­liert werden. In der ersten Liga, also die heu­tige Cham­pions League, soll es wie bisher 32 Teams geben, die in vier Ach­ter­gruppen statt acht Vie­rer­gruppen auf­ge­teilt würden. Der ent­schei­dende Mosa­ik­stein: Die 24 besten Mann­schaften dürfen in der nächsten Saison auto­ma­tisch wieder mit­ma­chen – unab­hängig von natio­nalen Liga­er­geb­nissen.

Von den übrigen acht Start­plätzen werden vier von den Auf­stei­gern aus der zweiten Liga, dem Pen­dant zur Europa League, belegt. Bleiben noch vier Tickets, die über den natio­nalen Wett­be­werb in den hei­mi­schen Ligen gelöst werden können. Wie das ange­sichts von 55 Ver­bänden in Europa unfall­frei über die Bühne gehen soll, bleibt vor­erst unbe­ant­wortet.