Fabio Capello, erfolg­rei­cher Mei­ser­trainer des Ver­eins Juventus Turin, hat heute seinen Rück­tritt bekannt gegeben, kurz nachdem gegen den unter Mani­pu­la­ti­ons­ver­dacht ste­henden Verein vom Unter­su­chungs­richter Ste­fano Palazzi der Zwangs­ab­stieg in die dritte ita­lie­ni­sche Liga gefor­dert wurde. Dar­über hinaus sollen Juve sechs Punkte schon zu Sai­son­be­ginn abge­zogen und die Meis­ter­titel der ver­gan­genen beiden Jahre aberkannt werden. Irgendwie ein­leuch­tend, dass ein so erfolg­rei­cher Mann da Lust auf etwas anders bekommt, zum Bei­spiel auf einen spa­ni­schen Tra­di­ti­ons­verein. Nicht jeder ver­fährt wie Ralf Rang­nick und trai­niert einen Regio­nal­li­gisten, wenn er vorher in der ersten Liga erfolg­reich war. Und in der Tat: Capello zieht es nach der Wahl von Ramon Cal­derón zum Prä­si­denten von Real Madrid in die spa­ni­sche Haupt­stadt. Cal­derón hatte schon im Vor­feld der Wahl Inter­esse an Capello bekundet. Jetzt hat er ange­kün­digt, dass Capello och in dieser Woche einen Ver­trag bei dem Verein unter­zeichnet. Arme Juve“, mag man da bei­nahe sagen. Bei all der Düs­ternis, die den ita­lie­ni­schen Meister umgibt, gibt es aber einen Licht­blick: Obwohl alte Dame“ wird der Verein noch lange nicht sterben. Sollte es zu dem Abstieg kommen, wird er sich wieder auf­rap­peln. Das ist relativ sicher.
Reak­tionen auf die For­de­rungen Palazzis gibt es auch vom AC Mai­land, dem eben­falls der Zwangs­ab­stieg sowie 3 Zähler Punkt­abzug droht. Dessen Prä­si­dent Silvio Ber­lus­coni näm­lich sieht in dem gefor­derten Strafmaß für den AC einen Angriff auf seine Person. Man wolle ihm offenbar per­sön­lich schaden, so der kürz­lich aus dem Amt gewählte Ex-Minis­ter­prä­si­dent Ita­liens. Ähn­lich quasi-para­noide Gedanken hat er auch schon wäh­rend seiner Amts­zeit als Regie­rungs­chef in anderem Zusam­men­hang immer wieder geäu­ßert. So sei etwa die gesamte Justiz immer gegen ihn gewesen und auch die gesamte Kaste der Jour­na­listen. Er sieht sich selber und den Klub als Opfer, nicht als Täter im ita­lie­ni­schen Fuß­ball­skandal. Per­sön­liche Schuld räumt der reichste Mann Ita­liens so gut wie nie ein.