Eigent­lich nur löb­lich, dass Jann-Fiete Arp in diesen Tagen in Öster­reich auf dem Trai­nings­platz schwitzt. Weil der Neu­zu­gang des FC Bayern sich scheinbar nicht ganz sicher ist, ob die Form schon reicht, um im Trai­ning des Meis­ters zu über­zeugen, schloss sich Arp kur­zer­hand der zweiten Mann­schaft an – und fuhr mit ihnen ins Trai­nings­lager. Ich will mich optimal auf meinen Start bei den Profis des FC Bayern vor­be­reiten und freue mich, dass ich diese Mög­lich­keit bei den Ama­teuren bekommen habe“, sagte Arp.

Die Ama­teure heißen nur noch aus Tra­di­tion so. Als Dritt­li­gisten trai­nieren die Bayern unter pro­fi­haften Bedin­gungen. 14 Per­sonen reisten allein im Betreu­er­stab mit. Ath­le­tik­trainer, Sport­psy­cho­logen, Spiel­ana­lysten – alles dabei. Und das kostet.

Ein Fan ist keine Melkkuh

Wes­halb der FC Bayern nun einen wich­tigen Passus aus seiner Ticket­re­ge­lung strich. Und den Ärger der Fans auf sich zog. Bitte beachten Sie, dass wir in der 3. Liga unseren Bun­des­liga-Jah­res­kar­ten­be­sit­zern der Allianz Arena keinen freien Ein­tritt mehr gewähren können.“ Bisher durfte jeder, der eine Dau­er­karte für die Bun­des­li­ga­mann­schaft hatte, eben auch zu den Spielen der zweiten Mann­schaft kommen – umsonst. Ein Vor­teil, der nach dem Auf­stieg gestri­chen ist. Wes­halb die Fans auf die Bar­ri­kaden gehen.

Denn als der FC Bayern II zwi­schen 2008 und 2011 in der 3. Liga spielte, galt das Recht noch. Zurück zur Gewohn­heit: Ama­teure-Ein­tritt inklu­diert in Profi-JK!“, schrieben die Fans des­halb auf ein Plakat, das sie beim Test­spiel der Zweiten am Samstag gegen Tirol prä­sen­tierten. Dar­über ein Satz von Prä­si­dent Uli Hoeneß: Ich betrachte den Fan nicht als Melkkuh.“ So aber fühlen sich die Jah­res­kar­ten­in­haber, die nun ein wei­teres Mal zur Kasse und dort etwa zehn Euro zahlen müssen.

Geringe Mehr­ein­nahmen

Sie argu­men­tieren, dass mit der neuen Rege­lung zwar Fans zur Kasse gebeten werden, die Mehr­ein­nahmen von schät­zungs­weise meh­reren zehn­tau­send Euro über eine Saison im Mul­ti­mil­lionen-Klub aus Mün­chen aber sowieso nicht ins Gewicht fallen dürften. Immerhin musste der FC Bayern für die 3. Liga keine Zulas­sung bean­tragen, die Lizenz der ersten Mann­schaft für die Bun­des­liga reichte bereits aus.

Neu-Coach Sebas­tian Hoeneß, der Neffe des Prä­si­denten, zeigte sich vom Trai­nings­lager begeis­tert. Er plä­dierte in einem Inter­view auf der Ver­eins­home­page, die zweite Mann­schaft weiter als Aus­bil­dungs­stätte zu sehen, auch wenn die Anfor­de­rungen in der 3. Liga steigen würden. Gerade dann, wenn die Bayern vor 30.000 Zuschauern in Kai­sers­lau­tern spielen würde. Das ist ganz schwer zu simu­lieren. Wir wollen die Jungs aber dazu bringen, dass sie sich darauf freuen. Das zu machen, was man gerne tut, ist doch das Schönste über­haupt – und dann noch vor solch einer Kulisse.“

Zumin­dest aber bei den Heim­spielen scheint der Klub viel dafür zu tun, dass die Kulisse nicht noch größer wird.