Seite 2: Vom glücklichsten Jungen der Welt zum Bankdrücker

Dabei sagt er noch bei seiner Vor­stel­lung in Madrid, er sei der glück­lichste Junge der Welt. Sein Gesicht sagte jedoch etwas anderes. Im Netz kur­sierten augen­blick­lich ein­schlä­gige Memes seines strengen Gesichts­aus­drucks. Und die Mund­winkel sollten sich auch nie wirk­lich nach oben ziehen. Die Aus­gangs­lage war für den damals 21-Jäh­rigen klar: Im 4 – 3‑3-System von Zine­dine Zidane war die Posi­tion in der Sturm­spitze bereits an Karim Ben­zema ver­geben. Jovic würde sich erstmal mit der Rolle des Jokers zufrie­den­geben müssen. Den­noch bekam er regel­mä­ßige Ein­satz­zeiten.

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Doch wirk­lich glück­lich agierte er nicht. Am elften Spieltag gelang ihm in der 91. Minute sein erster Treffer für die König­li­chen zum 5:0‑Endstand gegen CD Leganés. Bis zu seiner Rück­kehr nach Frank­furt sollte einzig ein wei­terer Treffer hin­zu­kommen. Ein Jahr später sollte er dafür ledig­lich eine knappe halbe Stunde benö­tigen.

Luka Jovics größtes Pro­blem ist Luka Jovic“

Ljubisa Tumbakovic

In seiner ersten Saison hin­derten ihn immer wieder klei­nere Ver­let­zungen und allen voran die Treff­si­cher­heit von Karim Ben­zema. Zidane hatte mit ihm den nomi­nellen Mit­tel­stürmer, auf den er sich ver­lassen konnte und so wurden seine Ein­satz­zeiten immer unre­gel­mä­ßiger. Hin­zu­kamen nega­tive Schlag­zeilen: So wurde Jovic wegen miss­ach­teter Qua­ran­tä­ne­pflicht bei einem Hei­mat­be­such im März des ver­gan­genen Jahres von einem ser­bi­schen Gericht zu einer 30.000 Euro Geld­strafe ver­ur­teilt.

Dis­zi­plin­lo­sig­keit wurde dem in Bos­nien gebo­renen Serben immer wieder nach­ge­sagt. Luka Jovics größtes Pro­blem ist Luka Jovic“, sagte Lju­bisa Tum­ba­kovic, Ser­biens Natio­nal­trainer, in einem Blic-Inter­view. Dieser Aus­sage vor­aus­ge­gangen war ein Streit zwi­schen Jovic und dem Natio­nal­coach, bei dem sich der Stürmer über feh­lende Ein­satz­zeiten im EM-Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiel gegen Por­tugal im Sep­tember 2019 beschwert hatte. Dar­aufhin mel­dete er sich für das kom­mende Spiel ver­letzt und reiste zurück nach Madrid, wo er das Trai­ning augen­blick­lich fort­setzte. Doch glück­lich wurde er in der spa­ni­schen Haupt­stadt auch in der Folge nicht.

Leihe zurück nach Frank­furt

Nach andert­halb Jahren ist der ser­bi­sche Natio­nal­spieler nun wieder zurück in Frank­furt. Die SGE leiht ihren ehe­ma­ligen Schütz­ling bis zum Sai­son­ende aus, auch wenn die Treff­si­cher­heit von André Silva erst einmal kein Stürm­er­pro­blem her­vor­ruft. Aller­dings ist nach dem Abgang von Bas Dost bei einer nomi­nellen Spitze zumin­dest ein wei­terer Stürmer von­nöten. Doch Luka Jovic ist weit mehr als ein Back-up. Mit ihm kommt nicht nur die Erin­ne­rung an die erfolg­reiche Saison 2017/18 zurück, in der die Ein­tracht zum krö­nenden Abschluss den Sieg im DFB-Pokal gegen die Bayern fei­erte. Mit Luka Jovic kommt ein Stürmer mit einer ein­zig­ar­tigen Schuss­technik, Beid­fü­ßig­keit, cle­verem Raum­ge­fühl und viel Raf­fi­nesse am Ball in die Main­me­tro­pole.

Luka Jovic ist es gelungen, inner­halb von zwei Jahren zu einer Frank­furter Legende zu werden. In der Saison 2018/19 erzielte der 1,82 Meter große Serbe 27 Tore in 48 Spielen, dar­unter den ent­schei­denden Treffer im Europa-League-Ach­tel­fi­nal­rück­spiel gegen Inter Mai­land sowie seine unver­gess­li­chen fünf Treffer gegen Düs­sel­dorf. Und kaum in Frank­furt ange­kommen, ist er im Begriff diese Geschichte fort­zu­schreiben und damit wei­ter­zu­ma­chen, womit er auf­ge­hört hat. Oder wie Luka Jovic sagen würde: I will con­tinue.“