Fried­helm Funkel hat es geschafft. Zehn Punkte hat er mit den 1. FC Köln aus sechs Spielen geholt. Ange­sichts von Wer­ders Sieglos-Serie von zehn Spielen genügte diese Punk­teaus­beute für den Rele­ga­ti­ons­rang. Beim 1:0 gegen Schalke 04 machten es die Kölner unnötig span­nend, ehe Sebas­tiaan Bornauw den Klub in der 85. Minute erlöste.

Doch noch sind die Kölner nicht gerettet. Zwei Spiele warten noch: In der Rele­ga­tion treffen sie auf Hol­stein Kiel. Wie stehen die Chancen auf den Klas­sen­er­halt? Fünf Beob­ach­tungen zum 1. FC Köln.

1. Funkel kann aus dem Vollen schöpfen
Markus Gisdol dürfte dieser Tage nei­disch werden auf seinen Nach­folger Funkel. Not­ge­drungen musste Gisdol über weite Stre­cken der Saison als Man­gel­ver­walter agieren. Prak­tisch durch­ge­hend hatte der Effzeh mit Ver­let­zungen zu kämpfen. Beson­ders im Sturm musste Gisdol ein­falls­reich agieren. Teils ließ er zwei Zehner im Angriff spielen – schlicht aus dem Grund, dass kein nomi­neller Stürmer zur Ver­fü­gung stand.

Funkel hat es in dieser Hin­sicht ein­fa­cher: Erst­mals seit vielen Monaten steht der gesamte Kölner Kader zur Ver­fü­gung. Gegen Schalke fehlten nur Mit­tel­feld-Motor Ellyes Skhiri sowie Ismail Jakobs. Ihre Gelb­sperren haben sie abge­sessen, sodass sie in der Rele­ga­tion wieder spielen dürfen. Das erleich­tert die Arbeit von Funkel enorm: Er kann sein 4−2−3−1 mit den besten Profis besetzen und muss – anders als Gisdol – keine Kom­pro­misse ein­gehen.

2. Die rechte Seite ist die Scho­ko­la­den­seite
Gegen Schalke zeigte Köln ein Muster, das bereits in den ver­gan­genen Wochen zu erkennen war: Fast die Hälfte aller Angriffe lief über die rechte Seite. Marius Wolf zeigte sich beson­ders umtriebig. Der Rechts­außen bot sich immer wieder auf dem Flügel an. Er bekam reich­lich Unter­stüt­zung von Außen­ver­tei­diger Benno Schmitz. Die beiden spielten viele Dop­pel­pässe mit­ein­ander. Der liebste Spielzug der Kölner: Wolf besetzt den rechten Flügel, wäh­rend Schmitz dia­gonal in den Straf­raum zieht.

Die hohe Flü­gel­las­tig­keit des Kölner Spiels erklärt sich auch in der Wahl des Stür­mers: Mit Sebas­tian Andersson steht end­lich wieder ein wuch­tiger und kopf­ball­starker Straf­raum­wühler im Zen­trum bereit. Dem­entspre­chend ver­suchte Köln gegen Schalke, diesen mit Flanken zu füt­tern. Allein 36 Her­ein­gaben schlugen sie in der Partie. Am Ende war es dann Ver­tei­diger Bornauw, der eine dieser Flanken zum erlö­senden 1:0 ver­senkte.

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