Seite 2: Verrückt, oder?

So muss man diesem grund­so­liden Zim­mer­manns­meister wohl glauben, wenn er beteuert, dass vor allem andere von diesem Namens­spon­so­ring pro­fi­tieren sollen. Zum einen wollte ich dem Verein etwas mehr finan­zi­ellen Spiel­raum ver­schaffen“, erklärt Jensen. Unter­klas­sige Klubs haben es doch heute schwerer denn je, zah­lungs­kräf­tige Geld­geber zu finden.“ Zum anderen habe er seiner Kom­mune, in der er als Unter­nehmer schon sehr lange erfolg­reich arbeiten kann, auf diesem Weg etwas zurück­geben wollen. Ich wollte den lokalen Zusam­men­halt in Rødovre stärken. Ein Fuß­ball­klub ist in meinen Augen näm­lich viel mehr als nur ein Fuß­ball­klub. Er stiftet Iden­ti­fi­ka­tion und Gemein­sinn, das Sta­dion ist der Ort, an dem sich die Men­schen begegnen.“

Ganz nebenbei wurden Jensen, die Stadt Rødovre und der wackere BK Avarta, der seit nun­mehr elf Jahren unun­ter­bro­chen dritt­klassig kickt, durch das Sta­di­on­spon­se­ring plötz­lich über­re­gional bekannt. Gleich nachdem die Sache publik geworden war, mel­deten sich zwei große Zei­tungen aus Kopen­hagen bei uns und schickten ihre Reporter vorbei“, erzählt Jen­sens lang­jäh­riger Ange­stellter Casper Ankjaer, der einst selbst für den BK Averta gespielt hat. Außerdem hat der Chef neu­lich ein län­geres Inter­view im däni­schen Radio gegeben. Und jetzt kommt auch noch ihr aus Deutsch­land und inter­es­siert euch für diese Geschichte. Das ist schon ein biss­chen ver­rückt, oder?“

Kein Cham­pa­gner, kein Hummer

Ver­rückt ja, aber kein Grund zum Durch­drehen, findet zumin­dest Jim Jensen. Der neue Namens­pa­tron erwartet des­halb kein großes Tamtam um seine Person, wenn er zum nächsten Heim­spiel in den Zim­mer­manns­meister-Jim-Jensen-Park“ kommt. Cham­pa­gner, Hummer oder der­glei­chen gibt es beim BK Averta sowieso nicht“, beteuert er. Nicht einmal einen Platz auf der Ehren­tri­büne habe er für sein Enga­ge­ment bekommen, was Jim Jensen aber im Grunde auch lieber ist: Ich setze mich ein­fach dorthin, wo ich immer gesessen habe.“ Irgendwo auf die Tri­büne, neben all den anderen Leuten aus Rødovre. Zum Plau­dern, und nebenbei auch ein biss­chen zum Fuß­ball­gu­cken.