Win­fried Schäfer, stimmt es, dass Ihre Mann­schaft erst wieder Bob Marley hören darf, wenn Sie den Gold-Cup gewonnen hat?
Quatsch. Bob Marley und Reggae läuft bei uns die ganze Zeit. Ich meinte es anders. 

Wie meinten Sie es denn?
Es gibt diesen Marley-Song: One More Night“. Auf Grund­lage dieses Liedes habe ich nach dem Spiel gegen die USA gesagt: Jungs, unser Motto lautet jetzt ›One More Match‹, nicht ›One More Night‹.“ Mir war wichtig, dass wir die Span­nung auf­recht­erhalten und nicht schon vor dem Finale aus­ein­an­der­klappen.

Sie haben im Tur­nier Costa Rica, Haiti und nun auch die USA aus­ge­schaltet. Am Sonntag spielt Jamaika im End­spiel gegen Mexiko. Wie haben Sie das geschafft?
In einem Land wie Jamaika muss man viel ver­än­dern, wenn man Erfolg haben will. Zwei Jahre nach meinem Amts­an­tritt als Natio­nal­coach zeigen jetzt eben die ersten Reformen Wir­kung.

Woran hat es kon­kret geman­gelt?
Der Ser­vice für die Mann­schaft musste sich drin­gend ver­bes­sern. Wir haben etliche Spieler, die in Eng­land in der Pre­mier League und in der Cham­pionship spielen, die brau­chen gewisse Vor­aus­set­zungen, um opti­male Leis­tungen abzu­rufen.

Das heißt?
Ich habe das Funk­ti­ons­team erwei­tert und für mehr Mas­seure gesorgt. Noch wich­tiger aber war, dass ich end­lich Zeit für die Vor­be­rei­tung bekommen habe. Am Anfang kam es vor, dass wir 17 Stunden lang nach Japan zu einem Spiel flogen, auf dem Weg drei Mal umstiegen und nach der Lan­dung hatten wir nur 45 Minuten Trai­nings­zeit, um uns aufs Spiel vor­zu­be­reiten. So kann man nicht gewinnen.

Den­noch sind Sie schon 2014 mit der Mann­schaft Kari­bik­meister geworden.
Da hat alles ange­fangen. Es war das erste Mal, dass ich zehn Tage für eine ver­nünf­tige Vor­be­rei­tung hatte. Erst als wir bei diesem Tur­nier Erfolg hatten, wurde im Ver­band allen klar, dass ein bes­serer Ser­vice die Grund­lage für alles ist. Seitdem ist vieles sehr viel besser geworden und Ver­bands­prä­si­dent Horace Bur­rell und ich ziehen in allen Belangen an einem Strang.