Michael Breit­kopf (oben 2.v.l.), beim Spiel gegen Bayern Mün­chen läuft For­tuna Düs­sel­dorf in Son­der­tri­kots der Toten Hosen auf. Wie kam es zu der Idee?
Das stand schon länger im Raum. Vor unge­fähr 20 Jahren gab es schon mal ein For­tuna-Trikot mit unserem Band-Logo, als wir in der vierten Liga Sponsor des Ver­eins waren. Dieses Trikot war sehr beliebt, aber schon seit Jahren ver­griffen, des­wegen fragten viele Leute immer wieder nach einer Neu­auf­lage. Jetzt war es soweit. Die neuen Tri­kots waren unglaub­lich schnell ver­griffen, was uns zeigt, dass das Inter­esse wohl immer noch sehr groß sein muss.

War es Zufall, dass das Trikot gegen die Bayern getragen wird?
Das war der Wunsch des Ver­eins. Die Leute im Klub freuen sich, dass das Trikot so gut ange­nommen wurde, und einen grö­ßeren Gegner als die Bayern gibt es in der Bun­des­liga nun einmal nicht. Das ist für uns natür­lich auch eine Rie­sen­ehre!

Die Münchner sind bis heute wegen des Songs Bayern“ auf die Toten Hosen nicht gut zu spre­chen. Uli Hoeneß sagte damals: Das ist der Dreck, an dem diese Gesell­schaft erstickt.“
For­tuna war damals in der Dritten Liga und eigent­lich kein Kon­kur­rent für die Bayern. Als BVB-Fans hätten wir diesen Song sicher­lich nicht auf­ge­nommen.

Die Reak­tionen aus Mün­chen fielen trotzdem sehr heftig aus. Dabei war das Lied nur eine iro­ni­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Selbst­bild der Bayern: sich dem Rest Deutsch­lands total über­legen zu fühlen. Diese Arro­ganz können sie sich leider erlauben, weil sie seit Jahr­zehnten gna­denlos erfolg­reich sind. Uns hat dieses Lied bei Bayern-Fans sehr viele Sym­pa­thien gekostet. Wenn wir das Lied heute noch spielen, dann in Mün­chen. So viel Spaß muss sein.

Immerhin ein Bayern-Spieler hat den Song mit Ironie auf­ge­nommen: Jens Jere­mies.
Richtig. Jens Jere­mies hatte sich für eins unserer pri­vaten Wohn­zim­mer­kon­zerte beworben und dabei nicht etwa seine Kon­takte zu Didi Hamann, einem Kumpel von Cam­pino, spielen lassen. Er hatte mit sehr höf­li­chen Worten auf einer Post­karte bei uns ange­fragt. Also haben wir in seinem Par­ty­keller gespielt. Den hatte er deko­riert mit allen FCB-Mann­schafts­fotos aus seiner Kar­riere. Unser Bayern“-Lied hat er selbst dann am lau­testen mit­ge­sungen. Seit jenem Abend ist er ein sehr guter Freund von uns geworden.

Ein anderer Fuß­ball­profi auf den Kon­zerten war der eng­li­sche Natio­nal­spieler Peter Crouch. Hat er auch so laut­stark mit­ge­sungen?
Oh ja. Durch die Ver­bin­dung zu Liver­pool kannte er Cam­pino sehr gut. Bei einem Kon­zert hat Crouch dann mit uns You’ll never walk alone“ gesungen – da befand er sich aber in einem fort­ge­schrit­tenen Sta­dium und hat nicht mehr jeden Ton getroffen. Das ist doch ver­ständ­lich, Fuß­ball­profis wollen auch mal die sel­tenen Momente nutzen, um ein biss­chen Spaß zu haben. Wir haben uns mit Eis­ho­ckey- oder Fuß­ball­spie­lern immer gut ver­standen, viel­leicht, weil die Anspan­nung vor einem Kon­zert oder einem Fuß­ball­spiel schon irgendwie mit­ein­ander ver­gleichbar sind.